Die Märkte blicken über die Irankrise hinaus – KI-Dynamik und Gewinne legen zu

Yannik Zufferey, PhD - Chief Investment Officer, Core Business
Yannik Zufferey, PhD
Chief Investment Officer, Core Business
LOIM Core investment teams -
LOIM Core investment teams
Die Märkte blicken über die Irankrise hinaus – KI-Dynamik und Gewinne legen zu

Kernpunkte.

  • Die Marktverwerfungen infolge der Spannungen im Nahen Osten haben zu einer Neujustierung der Bewertungen beigetragen und unsere Anlageteams insgesamt zuversichtlicher gestimmt
  • Hoffnungen auf eine Feuerpause sorgten für eine rasche Erholung an den Aktienmärkten. Gestützt wurde diese Entwicklung durch robuste Fundamentaldaten und anhaltend positive Überraschungen in der laufenden Berichtssaison
  • Verbesserte Bewertungen und eine erneute Gewinndynamik rücken das Thema künstliche Intelligenz (KI) wieder in den Fokus – wenn auch selektiv und mit stärkerer Berücksichtigung der Fundamentaldaten. 

Der Krieg im Iran traf die Märkte unvorbereitet. Anfängliche Befürchtungen eines stagflationären Schocks liessen die Zinsen steigen und die Aktienkurse sinken. Die Aussichten auf eine Lösung des Konflikts sind nach wie vor ungewiss. An den Märkten gilt der Krieg im Iran jedoch zunehmend als kurzfristige Verwerfung und nicht als struktureller makroökonomischer Schock. Aktien – angeführt von Wachstumstiteln – verzeichneten eine der raschesten Erholungen seit 2011. Im Anleihenbereich haben höhere Renditen das Chancenspektrum wesentlich verbessert, sodass sich erneut attraktive Einstiegspunkte bieten, insbesondere bei Unternehmensanleihen.

Die Renditeaussichten haben sich teilweise neu justiert – in einem Umfeld, in dem sowohl die mikro- als auch die makroökonomischen Fundamentaldaten weiterhin solide bis äusserst robust sind. Die mittelfristigen Aussichten für 2026 sind nach wie vor günstig und werden durch eine bereinigte Positionierung und angemessenere Bewertungen gestützt. Vor diesem Hintergrund hebt unser Core Investment Committee drei Bereiche hervor, die erneut Anlass zu Optimismus geben.

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Rasche Erholung bei Aktien 

Mit der Aussicht auf eine Feuerpause und eine – wenn auch holprige – Fortsetzung der Verhandlungen erholten sich die Märkte deutlich. In früheren Jahren fielen Markteinbrüche abrupt und Markterholungen eher langsam aus. Seit 2020 erholen sich die Märkte jedoch nicht nur rascher, sondern auch stärker. So brauchten US-Aktien gerade einmal zehn Tage, um die konfliktbedingten Verluste wettzumachen und auf neue Höchststände zu steigen. Die Geschwindigkeit der Erholung ist zwar beeindruckend, gründet jedoch auf soliden Fundamentaldaten. Zudem sorgte die Berichtssaison zum ersten Quartal für positive Überraschungen, selbst angesichts der hohen Erwartungen. Dies untermauerte die Risikobereitschaft und stärkte das Vertrauen in die Nachhaltigkeit der Gewinne.

In anderen Regionen fiel die Performance uneinheitlicher aus. Die frühere Outperformance Europas hat sich verflüchtigt, während sich Schwellenländeraktien erholt haben, ohne neue Höchststände zu erreichen. Unabhängig davon, ob sich der Irankonflikt als vorübergehend erweisen wird, hat er bereits eine deutliche regionale Rotation ausgelöst.

ABB. 1. Performance der Aktienindizes seit Oktober 20251

Bewertungsanpassung - bessere Renditeaussichten

In der sich abzeichnenden zweiten Phase der Krise sehen sich Anlegerinnen und Anleger einem merklich veränderten Bewertungsumfeld gegenüber. Höhere Renditen in Kombination mit einer starken Gewinnsaison haben eine Neubewertung der Renditeerwartungen über alle Anlageklassen hinweg angestossen.

Im Anleihensegment haben sich die zu Jahresanfang noch engen Spreads etwas ausgeweitet. Die Renditen von Staatsanleihen preisen nun ein deutlich höheres Inflationsrisiko ein als vor der Krise. Damit gewinnen sie an Attraktivität und bieten günstigere Einstiegspunkte.

Auch bei den Aktien hat sich die Bewertungsdynamik verbessert. Das Kurs-Gewinn-Wachstumsverhältnis (PEG) ist von einem erhöhten Niveau unter seinen langfristigen Durchschnitt gesunken. Dies deutet darauf hin, dass das Gewinnwachstum inzwischen die Bewertungskennzahlen übertrifft. Selbst dort, wo die Bewertungskennzahlen teilweise zurückgegangen sind, dürften verbesserte Aussichten für das Gewinnwachstum den Blick der Anlegerinnen und Anlegern über aktuelle Bewertungsbedenken hinaus lenken.

Diese doppelte Anpassung stützt die Erwartung höherer Renditen bis zum Jahresende – entweder über einen attraktiveren Anleihen-Carry oder über ein stärkeres Gewinnwachstum.

ABB. 2. Kurs-Gewinn-Wachstumsverhältnis (PEG) wichtiger Aktienindizes (2011–2026)2

Die KI schlägt zurück

Die Berichtssaison zum ersten Quartal stellt einen eindeutigen Wendepunkt für KI-Anlagen dar. Der Fokus hat sich von Ankündigungen neuer Kapitalinvestitionen hin zu einem merklichen Gewinnwachstum verlagert. Dies hat bei Anlegerinnen und Anlegern erneut die Angst entfacht, das Thema KI zu verpassen, zumal die fundamentalen Treiber stärker sind als in früheren Phasen.

KI hat die Zusammensetzung des Technologiesektors bereits grundlegend verändert. Der einst dominante Softwarebereich hat gegenüber der Halbleiterindustrie an Boden verloren, die inzwischen 48% des Technologiesektors ausmacht. Die Gewichtung von Software hat sich nach Bewertungskorrekturen in den vergangenen sechs Monaten beinahe halbiert. Ausserhalb des Technologiesektors macht sich der Ausbau der Rechenzentren zunehmend in den Gewinnen von Werkstoff-, Material und Infrastrukturunternehmen bemerkbar.

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Auch regionale Dynamiken verschieben sich. Während sich die Gewinnentwicklung im US-Technologiesektor dieses Jahr offenbar abgeschwächt hat, bieten die Schwellenländer nach wie vor Technologietitel mit stärkeren Wachstumsprofilen. In Europa beschleunigt sich das Gewinnwachstum in der Technologiebranche ebenfalls, wenn auch von einer niedrigeren Ausgangsbasis aus.

Die wirtschaftliche Dynamik hinter dem Thema Technologie ist nach wie vor intakt. Dies stützt unsere Einschätzung, dass auch 2026 ein starkes Jahr für die Gewinnentwicklung und eine breit abgestützte Marktperformance werden dürfte.

ABB. 3. Jährliche Wachstumsrate der Blended Earnings (berichtete und geschätzte Gewinne) für MSCI-Technologieindizes3

Unsere Positionierung in allen Anlageklassen

Nach einer herausfordernden Phase wägen unsere Anlageteams für unsere Kernpositionierung steigende mittelfristige Gewinnrisiken gegen bessere längerfristige Finanzierungsbedingungen ab.

Multi Asset. Nach der vorübergehenden Reduktion des Marktengagements während des Konflikts hat das Team All Roads damit begonnen, dieses wieder auf 140%–150% zu erhöhen. Die Allokation verschiebt sich wieder zugunsten zyklischer Werte (40%) gegenüber Absicherungspositionen (60%) (auf 100% basiert).

Anleihen. Das Team Global Fixed Income bleibt insgesamt neutral positioniert und ist in Staatsanleihen untergewichtet. Das Team bevorzugt inflationsgeschützte US-Staatsanleihen (Treasury Inflation Protected Securities, TIPS) gegenüber nominalen US-Staatsanleihen und ist in Schwellenländeranleihen in Hartwährung übergewichtet. Bei Unternehmensanleihen ist das Engagement in Investment-Grade- und High-Yield-Anleihen neutral, mit selektiven Akzenten. Das Team Asia Fixed Income hat die Duration übergewichtet und bevorzugt defensive High-Yield-Titel. Das Portfolio ist in Indien, Rohstoffen und nachrangigen Finanztiteln übergewichtet, in China, Südkorea, Indonesien und Südostasien dagegen untergewichtet.

Wandelanleihen. Die Positionierung bleibt konstruktiv und weist Übergewichtungen in den USA und China auf. Das Portfolio der globalen Strategie ist auf drei High-Conviction-Aktienthemen ausgerichtet: nationale strategische Interessen, KI-Hardware und die Energiewende. Das Portfolio hält Short-Positionen in Unternehmen, die von Konsumausgaben und den Ölpreisen abhängig sind. Die Liquidität wurde in Erwartung von Neuemissionen erhöht.

Aktien. Unser Team Global Equities hat in der von Marktvolatilität geprägten Phase das Engagement in IT zulasten von Nicht-Basiskonsumgütern ausgebaut und damit das Portfoliorisiko erhöht. Das regionale Engagement hat sich von China und Europa hin zu den USA und Südkorea verlagert. Zu den Übergewichtungen zählen IT, Kommunikationsdienste, Basiskonsumgüter und Nicht-Basiskonsumgüter. Das Team Sustainable Equities ist über alle Regionen hinweg neutral positioniert. Dabei bevorzugt es thematische Engagements bei Profiteuren von KI-Investitionen, die steigende Energienachfrage in Europa und Werkstoff und Materialien für die Energiewende. Das Team Swiss Equities hat das Gesamtengagement erhöht. In den Sektoren Gesundheitswesen, Informationstechnologie und Industrie ist es übergewichtet und in Kommunikationsdiensten, zyklischen Konsumgütern, Finanzwesen, Immobilien und Versorgern untergewichtet. Das Team Asia Equities ist von hochwertigen, stabil wachsenden Unternehmen zunehmend überzeugt und bevorzugt Technologie, diversifizierte Industriewerte und zyklische Konsumgüter gegenüber Immobilien und Versorgern.

Quellen anzeigen.
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[1] Quelle: LOIM, Bloomberg. Stand: 24. April 2026. Nur zur Veranschaulichung.
[2] Quelle: LOIM, Bloomberg. Stand: 24. April 2026. Nur zur Veranschaulichung.
[3] Quelle: LOIM, Bloomberg. Stand: 24. April 2026. Nur zur Veranschaulichung.

Wichtige Hinweise.

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