Anleihen aus Asien und den Schwellenländern: Wie höhere globale Ausgaben die Anleihenmärkte antreiben

Dhiraj Bajaj - CIO, Asia Fixed Income and Equities
Dhiraj Bajaj
CIO, Asia Fixed Income and Equities
LOIM Asia and EM Fixed Income team -
LOIM Asia and EM Fixed Income team
Anleihen aus Asien und den Schwellenländern: Wie höhere globale Ausgaben die Anleihenmärkte antreiben

Kernpunkte.

  • Ein stärker fragmentiertes geopolitisches Umfeld begünstigt nachhaltige Staatsausgaben für Sicherheit, Energie und Technologie – und stärkt die Position von Asien und den Schwellenländern als zentrale Wachstumstreiber
  • Verbesserte Bilanzen, eine wachsende Binnennachfrage und steigende Investitionen in der Region erhöhen die Kreditqualität von Emittenten von Hartwährungsanleihen; zudem begrenzen sie das Herabstufungs- und Ausfallrisiko
  • Höhere Ölpreise sorgen für kurzfristige Abweichungen, beschleunigen aber den längerfristigen Trend zur Energieautarkie. Dies unterstreicht die Bedeutung von Timing und Selektivität und stützt unseren Ausblick für eine mehrjährige Aufwärtsphase in der Region.

Unsere Überzeugung von Anleihen aus Asien und den Schwellenländern1 für das 2. Halbjahr beruht auf einer einfachen Beobachtung: Das veränderte globale Umfeld bietet strukturelle Unterstützung für das Wachstum in der Region und für Anleihen als Anlageklasse.

Zwar rechnen wir mit einer allmählichen Deeskalation des Iran-Konflikts. Wir stellen aber auch fest, dass ein stärker fragmentiertes geopolitisches Umfeld entsteht, in dem die Ausgaben steigen, da die Staaten auf Sicherheit, Resilienz und strategische Autonomie setzen. Die restriktive Fiskalpolitik ist nachhaltigen Investitionen in die Verteidigung sowie in eine staatliche KI- und Energieinfrastruktur gewichen. Diese Entwicklung macht Asien und die Schwellenländer zu zentralen Faktoren für das globale Wachstum.

Anleihen aus Asien und den Schwellenländern im 2. Halbjahr 2026: Resilienz, Liquidität und strukturelle Unterstützung

Lesen Sie in unserem vollständigen Ausblick mehr über die günstige Liquiditäts- und Spardynamik und die Rolle des Nahen Ostens als zentrale Säule der Energieversorgung. Erfahren Sie zudem, wie sich der Iran-Krieg – je nach Land und Sektor – unterschiedlich auswirkt.

Die nächste Phase des globalen Wachstums gezielt nutzen

In der gesamten Region ziehen die Investitionsausgaben der Länder an. Sie wollen ihre Lieferketten sichern, ihre Abhängigkeit von konzentrierten Quellen für kritische Produktionsfaktoren verringern und die Binnenkonjunktur in Bereichen wie Halbleiter, Energie und künstliche Intelligenz stärken. Es geht aber nicht darum, defensiv zu agieren, sondern die nächste Phase des globalen Wachstums gezielt zu nutzen.

Die Auswirkungen für die Anleihenmärkte in Asien und den Schwellenländern sind eindeutig: Höhere Investitionen verbessern die Ertragstransparenz, unterstützen die Cashflow-Generierung und stellen die Nachfrage sektorübergreifend auf eine breitere Basis. Zugleich verbessert sich die Qualität des Wachstums. Die Bilanzen zahlreicher Emittenten aus Asien und den Schwellenländern sind stärker als in früheren Zyklen. Auch die Binnennachfrage spielt eine grössere Rolle, denn sie reduziert die Abhängigkeit von externen Treibern und erhöht die wirtschaftliche Resilienz.

Das Risiko für Herabstufungen erscheint in Asien begrenzt. Die Ausfallerwartungen im Hochzinsbereich sind nach wie vor niedrig. Im Investment-Grade-Bereich sehen wir weiterhin Spielraum für eine Verengung der Spreads im Zuge verbesserter Unternehmensfundamentaldaten und Bilanzen.

Höhere Energiepreise: Kurz- und langfristige Auswirkungen

Der Iran-Krieg führt kurzfristig zu höheren Energiepreisen, wirkt sich jedoch nicht überall gleichermassen aus. In verschiedenen Schwellenländern und asiatischen Ländern sowie bei Betrachtung nach Sektoren erkennen wir eindeutige Unterschiede: Einige Regionen und Sektoren profitieren, während andere unter Druck stehen. Dies unterstreicht die Bedeutung von Selektivität vor dem Hintergrund des langfristigen Trends zu strategischer Autonomie.

In den nächsten Jahren dürfte der Iran-Konflikt den langfristigen globalen Trend zu strategischer Autonomie im Bereich Energie und Verteidigung beschleunigen. Die dauerhafte fiskalische Expansion und ein stärker staatlich gesteuerter Investitionszyklus dürften ein Übriges dazu beitragen. In diesem Zusammenhang könnte auf den aktuellen Energieschock, der die Inflation anheizt, eine Phase höherer Angebotsresilienz und langfristig niedrigerer Energiepreise folgen.

Die heutigen Nutzniesser höherer Energiepreise könnten sich wesentlich von denjenigen unterscheiden, die in der nächsten Phase profitieren. Timing, fundiertes Research und Selektivität sind daher entscheidend

Für Anlegerinnen und Anleger heisst das, dass sich die heutigen Nutzniesser höherer Energiepreise wesentlich von denjenigen unterscheiden könnten, die in der nächsten Phase profitieren. Timing, fundiertes Research und Selektivität sind daher entscheidend.

Dauerhafter Rückenwind für eine mehrjährige Aufwärtsphase

Hervorzuheben ist, wie beständig dieser Rückenwind ist. Eine Welt, die stärker in Sicherheit, Infrastruktur und Technologie investiert, unterstützt nachhaltiges Wachstum. Anleihen aus Asien und den Schwellenländern sind optimal positioniert, um von dieser Entwicklung zu profitieren.

Aus diesen Gründen befindet sich die Region unseres Erachtens in einer mehrjährigen Phase sehr hoher Liquidität. Diese fliesst vermehrt in die Refinanzierungsmärkte, die Unternehmensbilanzen und die Positionen von Anlegerinnen und Anlegern ein. Einer Region mit bereits erheblichen inländischen Sparreserven dürfte dieser Kapitalzufluss in den kommenden Jahren weiterhin kräftige positive Impulse geben.

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1 Mit Anleihen aus Asien und den Schwellenländern sind auf USD lautende Anleihen gemeint, die von Emittenten aus Asien und den Schwellenländern begeben werden.

Wichtige Hinweise.

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