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Die gezielte Umwälzung der etablierten Weltordnung im vergangenen Jahr war kein vorübergehendes Phänomen. Sie erweist sich vielmehr als Vorbote einer neuen Realität für Anlegerinnen und Anleger
Um sich auf den heutigen komplexen Märkten sicher zu bewegen, genügt es nicht, auf breite, passive Marktengagements zu setzen. Portfolioresilienz erfordert eine Reihe von speziell zu diesem Zweck entwickelten Strategien
Effiziente Kernallokationen, differenzierte aktive Lösungen, integrierte Konvexität und klare Überzeugungen zum wirtschaftlichen Wandel tragen dazu bei, einen Weg durch das Anlagelabyrinth zu finden.
Ich dachte an ein Labyrinth aus Labyrinthen, an ein gewunden wucherndes Labyrinth
-Jorge Luis Borges, „Der Garten der Pfade, die sich verzweigen“
Seit Jahrtausenden setzen sich Menschen mit der grundsätzlich instabilen, unsicheren und komplexen Natur des Universums auseinander – von Sokrates bis Heisenberg. Veränderung ist nichts Neues. In Phasen des Wandels kann das Labyrinth der Möglichkeiten dennoch lähmen.
Im Jahr 2025 wurde die in den vorangegangenen 70 Jahren etablierte Weltordnung bewusst auf den Kopf gestellt. Eine machtorientierte Geopolitik verdrängt die Diplomatie, Protektionismus hat offene Märkte abgelöst, und kurzfristige Eigeninteressen schwächen Handelsbündnisse. Anlegerinnen und Anleger mussten sich schnell anpassen, als Zollkriege und geopolitische Konflikte die Lieferketten beeinträchtigten und an den Märkten für Unruhe sorgten.
Ein Jahr später ist klar: Diese neue globale Unordnung prägt das Umfeld, in dem sich Anlegerinnen und Anleger orientieren müssen. Sie wird die Resilienz von Portfolios auf eine harte Probe stellen. Dabei geht es nicht um die Fähigkeit, einen Schock so lange auszuhalten, bis er vorbei ist. Es geht vielmehr darum, einen Weg durch das Labyrinth zu finden – so komplex, ungewohnt und trügerisch es auch sein mag.
Damit dies gelingt, brauchen Anlegerinnen und Anleger unseres Erachtens mehrere Bausteine: effiziente Kernengagements, Lösungen mit unkorreliertem Alpha-Potenzial, integrierte Konvexität und ein klares Verständnis der strukturellen Kräfte, die die Wirtschaft verändern.
Mit diesen Bausteinen können sich Anlegende dem Labyrinth stellen.
1. Effizienz im Zentrum strategischer Allokationen
Im Jahr 2026 zeigen die Kapitalflüsse, dass Anlegerinnen und Anleger weiterhin in erster Linie passive Engagements in den wichtigen Anlageklassen bevorzugen. Im ersten Halbjahr investierten sie ausserhalb der USA EUR 269 Mrd. in passive Aktien-, Anleihen- und Multi-Asset-Produkte, aber nur EUR 168 Mrd. in vergleichbare aktive Strategien.1 Mit passiven Engagements lassen sich strategische Allokationen kostengünstig umsetzen. Wir sind jedoch überzeugt, dass systematische Prozesse, die Research, Technologie und aktive Anlagekompetenz verbinden, die Effizienz, die Risikokontrolle und das Performancepotenzial dieser Allokationen verbessern können. Neben dem Marktengagement lassen sich zusätzliche Vorteile integrieren, etwa höhere Liquidität oder die Dekarbonisierung des Portfolios.
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Kernengagements in globalen Aktien und Anleihen dekarbonisieren
Die physischen Folgen der globalen Erwärmung sind deutlich erkennbar, etwa die immer schwereren Waldbrände in Europa und Nordamerika sowie rekordtiefe Pegelstände des Rheins. Ein weiteres Beispiel ist die starke Zunahme von Schadensmeldungen wegen Bodensenkungen, weil der Lehmboden unter Londoner Immobilien austrocknet. Aktuell beherrschen die Geopolitik und KI die Schlagzeilen. Doch der Bedarf an weiterer Dekarbonisierung und Anpassung an den Klimawandel hat nichts an Dringlichkeit eingebüsst. Für Anlegerinnen und Anleger ergeben sich daraus Risiken und Chancen, die sich unseres Erachtens in ihren Kernallokationen Berücksichtigen lassen.
Wir analysieren die Emissionspfade und identifizieren Unternehmen – auch in kohlenstoffintensiven Branchen – die glaubwürdig auf Klimaneutralität bis 2050 zusteuern. So können wir stark diversifizierte Portfolios aufbauen, die an der Marktentwicklung partizipieren und zugleich die von Anlegerinnen und Anlegern festgelegten Risiko- und Dekarbonisierungsziele beachten. Bei Aktien und Anleihen hat sich unser Ansatz in den letzten fünf Jahren seit der Auflegung überdurchschnittlich gut entwickelt und das Klimarisiko wirksam gemindert.2
High-Yield-Unternehmensanleihen ohne Liquiditäts- und Kostenprobleme
High-Yield-Unternehmensanleihen bieten attraktives langfristiges Rendite- und Ertragspotenzial. Traditionelle – sowohl aktive als auch passive – Ansätze weisen jedoch strukturelle Nachteile auf: Die Liquidität ist begrenzt, und die Performance bleibt häufig hinter den Benchmarks zurück. Zudem sind die Kosten – auch durch Swing Pricing bei Kursverlusten – in Stressphasen hoch, wenn viele Marktteilnehmer rasch verkaufen.
Die Kreditprämie lässt sich stattdessen über Derivate erschliessen, ohne physische Hochzinsanleihen zu halten. Wenn sie liquide, hochwertige Staatsanleihen halten und Credit-Default-Swap-Indexoptionen verkaufen, können Anlegerinnen und Anleger die Cashflows von High-Yield-Anleihen replizieren. So können sie eine potenzielle Outperformance erzielen und zugleich die Liquiditätsbeschränkungen der physischen Märkte umgehen. Auch die Kosten sind niedriger, da die Geld-Brief-Spannen deutlich enger sind als bei Anleihen. Dadurch liegt die Total Expense Ratio (TER) deutlich unter der mittleren TER globaler High-Yield-Fonds von über 0,7%.
Dank gründlichem Research konnten wir diese Lösung entwickeln. Unseres Erachtens bietet sie eine bessere Möglichkeit, Engagements in High-Yield-Unternehmensanleihen ohne die Nachteile von Cash-Anleihen aufzubauen – insbesondere in unruhigen Zeiten.
2. Privatmärkte für unkorreliertes Alpha-Potenzial
Bei den Kernallokationen zählen Effizienz, Kosten und Risikokontrolle. Alpha-orientierte Satellitenstrategien, die diese Marktengagements ergänzen, erfordern dagegen differenzierte Kompetenzen, Anlageüberzeugungen umzusetzen. Eine geringe Korrelation mit Markt-Beta ist ebenfalls notwendig. Die Privatmärkte sind für diese Lösungen gut geeignet.
Der Aufstieg von Secondaries
Auf dem Markt für Private Equity (PE) haben sich Secondaries im Allgemeinen besser entwickelt als andere Segmente. Zugleich sind die Risiko-Rendite-Profile attraktiver und die Verlustquoten niedriger (siehe Abbildungen 1 und 2). Diese Erfolgsbilanz beruht auf der hohen Qualität der zugrunde liegenden Vermögenswerte, dem Liquiditätsbedarf und dem starken Marktwachstum der letzten Jahre.
Die Transaktionsarten sind inzwischen vielfältiger geworden. Neben Anteilen an Portfolios von Limited Partners (LPs) haben Single- und Multi-Asset-Fortführungsvehikel an Bedeutung gewonnen. Bei diesen bieten General Partners (GPs) bestehenden Anlegerinnen und Anlegern die Möglichkeit, sich aus Portfoliounternehmen, die sich sehr gut entwickelt haben, Liquidität zu verschaffen. Zudem können neue Kapitalgeber einsteigen. Diese GP-geführten Transaktionen (GP-Leds) bilden das wachstumsstärkste Marktsegment.
Für sehr versierte Anlegerinnen und Anleger, die in Secondaries investieren, könnten auch direkte Transaktionen (Company-Leds) infrage kommen. Dabei versuchen Unternehmensgründer oder frühe Investoren, ihre Beteiligung ganz oder teilweise zu veräussern. Bei diesen Transaktionen ohne Intermediäre brauchen GPs tiefes Sektorenwissen und ein hervorragendes Netzwerk für Deal-Sourcing sowie Expertise in Underwriting und Strukturierung. Gerade diese Komplexität eröffnet attraktive Chancen zur Alpha-Generierung.
ABB. 1. Secondaries haben viele Privatmarktsegmente übertroffen…3
ABB. 2. …bei einem attraktiven Risiko-Rendite-Profil und einer niedrigen Verlustquote4
Anhaltende Allokationen institutioneller Anleger und die Öffnung von Private Assets für Privatanlegerinnen und -anleger haben einigen GPs umfangreiche Kapitalaufnahmen ermöglicht. Dadurch können sie um grosse, stark umkämpfte Transaktionen konkurrieren. Chancen abseits dieses Wettbewerbs sehen wir im fragmentierten Mid-Market mit weniger effizienter Preisbildung, wo attraktive Vermögenswerte mit Preisabschlägen zugänglich sein können. Umfassende Kompetenzen in Anbahnung, Due Diligence und Umsetzung ermöglichen dabei ein überaus selektives Vorgehen. Unser Team agiert schwerpunktmässig im mittleren Marktsegment. Kürzlich investierte es über eine Direct-Secondary-Transaktion in den führenden Consumer-to-Consumer-Marktplatz für Secondhand-Mode Vinted.
Wir sind überzeugt, dass der Secondaries-Markt längst mehr ist als ein Notventil für Liquidität in Phasen schwacher M&A- und IPO-Aktivität. Denn das breitere Spektrum an Transaktionsarten, hohe Transaktionsvolumina und mehr Marktteilnehmer haben ihn zu einem eigenständigen Ausstiegsweg für PE-Gesellschaften gemacht. Für Anlegerinnen und Anleger wird er als strategische Privatmarktallokation nur attraktiver.
Im Private-Credit-Segment bieten Asset Backed Loans (ABL) einen attraktiven Mix aus laufender Ertrag, Schutz und Diversifizierung, durch den sie sich unseres Erachtens von Direktkrediten unterscheiden. Der grundlegende Unterschied besteht darin, dass ABL Renditen aus Krediten erzielen, die durch bereits cashflow-generierende Vermögenswerte besichert sind. Dagegen beruhen die Renditen bei Direktkrediten auf dem künftigen Wachstum der zugrunde liegenden Unternehmen. ABL bieten zudem grössere Planbarkeit sowie Vorteile bei Duration, Vorrangigkeit und Diversifizierung (siehe Abbildung 3).
ABB. 3. Einige der Hauptunterschiede zwischen Asset-Backed-Loan- und Direktkredit-Strategien5
Asset Backed Loans
Direktkredite
Kurze Laufzeit
60 Tage bis 4 Jahre
7 bis 8 Jahre
Vorrangigkeit
Erstrangig besichert
Kombination aus vorrangig besicherten, zweitrangigen und Mezzanine-Krediten
Diversifizierung
Stark diversifizierte zugrunde liegende Sicherheiten
Einzelne Unternehmenskredite
Vermögenswerte zur Besicherung von ABL können Forderungen, Vorräte, Immobilien, Medienlizenzgebühren oder auch Rechtsansprüche sein. Auf viele dieser Vermögenswerte, beispielsweise Medienlizenzgebühren, hat der Geschäftszyklus keine Auswirkungen. Ihre Wertentwicklung korreliert unserer Ansicht nach daher weniger stark mit den Markt- und Wirtschaftsbedingungen.
3. Integrierte Konvexität federt Schocks ab und erhöht die Resilienz
Extreme Marktszenarien können selbst die ausgeklügeltsten Core-Satellite-Ansätze infrage stellen. Konvexität, also die Fähigkeit, über Marktzyklen hinweg, vor allem bei Rückgängen, Aufwärtspotenzial zu generieren, wird dadurch zu einem nützlichen Instrument für Portfolios. Sie lässt sich mithilfe unterschiedlicher Ansätze erreichen, zum Beispiel mit eigens zu diesem Zweck entwickelten Multi-Asset- und alternativen Kreditstrategien.
Unsere Erfahrung in der Verwaltung spezialisierter Hedge-Fund-Strategien lehrt uns, dass Anlegerinnen und Anleger, die nach Konvexität streben, drei Aspekte berücksichtigen sollten:
Historische Korrelation. Eine Strategie mit einer geringen Korrelation in normalen Zeiten ist wenig hilfreich, es sei denn, diese bleibt auch bei systemischen Rückgängen wie 2008, 2020 oder 2022 bestehen.
Eignung. Trendfolge-Strategien, die von Preistrends verschiedener Anlageklassen profitieren wollen, können sich in längeren Stressphasen an den Märkten kontinuierlich anpassen. Bei abrupten Bewegungen reagieren sie aber in der Regel zu träge. Bei plötzlichen, kürzeren Rückgängen können Long-Put-Strategien, die den Verkauf von Vermögenswerten zu festgelegten Kursen ermöglichen, Portfolios stützen.
Kosten. Einige Strategien zur Absicherung von Extremrisiken sind mit jährlichen Carry-Kosten verbunden. Diese können die langfristige Rendite belasten und Opportunitätskosten verursachen.
Konvexitätspositionen sollten vor einer Krise aufgebaut werden, also in ruhigen oder positiven Marktphasen. Zum Redaktionszeitpunkt befanden sich die Kreditmärkte seit Längerem in einer Phase hoher Risikobereitschaft mit engen Spreads bei US-Investment-Grade- und High-Yield Anleihen. Unseres Erachtens könnte bereits eine partielle Spreadausweitung gezielten Konvexitätspositionen in diesen Segmenten zugutekommen.
Dies ist genau die Art von Umfeld, in dem wir Konvexität in Portfolios integrieren wollen. Ein unkomplizierter Ansatz sind Long-Put-Positionen auf hochwertige, sehr liquide Kreditinstrumente, die sich in Stressphasen auszahlen können, wenn Liquidität nur mit einer Prämie verfügbar ist. Es fallen keine langfristigen Kosten an, und ein „Carry Bleed“, bei dem die Haltekosten für eine Position höher sind als die Erträge, droht ebenfalls nicht.
Konvexitätspositionen sollten vor einer Krise aufgebaut werden, also in ruhigen oder positiven Marktphasen
Einige Anlageklassen wie Wandelanleihen – festverzinsliche Instrumente mit der Option zur Wandelung in Aktien des Emittenten – sind von Natur aus konvex. In der Vergangenheit partizipierten Wandelanleihen zu 50% an Aufwärtsbewegungen von Aktien bei nur 30% der Volatilität.4 Entscheidend ist die Kombination aus Aktienoption und Anleihencoupon. Die Option eröffnet Aktienaufwärtspotenzial, ohne das volle Marktrisiko zu übernehmen. Wird sie nicht ausgeübt, bietet die erwartete Rückzahlung des Nominalbetrags am Laufzeitende zusätzlichen Schutz vor Verlusten.
Wandelanleihen können von Marktunsicherheit profitieren: Mit steigender Volatilität gewinnt die Aktienoption an Wert. Zu Beginn des USA-Iran-Kriegs war unsere globale Strategie vom Aktienrückgang zu 54% betroffen, partizipierte jedoch zu 100% an der Erholung. Das bedeutet, dass das Verlustrisiko begrenzt war, die Strategie aber in vollem Umfang von der Aufwärtsbewegung profitierte (siehe Abbildung 4).
ABB. 4. Unsere Wandelanleihenstrategie bewies zu Beginn des USA-Iran-Kriegs Resilienz7
4. Klare Überzeugungen zum wirtschaftlichen Wandel
Im Lauf der Geschichte haben Systemveränderungen immer wieder wirtschaftlichen Wandel und Wachstum angetrieben. Im Energiesystem etwa wich Holz als wichtigste Energiequelle zunächst der Kohle, später Öl und Gas. Nun dürften Solar- und Windenergie – unterstützt durch Batteriespeicher – zu dominierenden Quellen werden. Die Verfügbarkeit und die Kosten von Energie bleiben grundlegend für wirtschaftliche Aktivität, Wachstum und Innovation. Das gleiche Prinzip gilt für andere Systeme wie das Materialsystem sowie die Gesundheits- und Finanzplattformen, die massgeblich zur gesellschaftlichen Stabilität beitragen.
Globale Herausforderungen wie die Folgen des Klimawandels, Naturverlust und gesellschaftliche Instabilität, bringen neue wirtschaftliche Lösungen hervor. In vielen Fällen wird sie durch hochentwickelte Technologien wie KI und Materialwissenschaften beschleunigt. Das Resultat ist der Übergang zu einer Wirtschaft, die von niedrigeren Kosten, einer höheren Produktivität und einer grösseren Resilienz gekennzeichnet ist. Zudem verbessert sie die Ergebnisse für die Menschen und den Planeten.
Globale Herausforderungen wie die Folgen des Klimawandels, Naturverlust und gesellschaftliche Instabilität, bringen neue wirtschaftliche Lösungen hervor
Die Elektrifizierung ist ein klarer Wachstumstreiber. Aufgrund der rapide sinkenden Kosten für erneuerbare Energien und Batterien sind wir überzeugt, dass sie das fossil geprägte Energiesystem strukturell ablösen wird. In der Schwerindustrie und im Transportsektor ist zwar noch keine signifikante Elektrifizierung zu verzeichnen. Solarenergie, Windkraft, Energiespeicherung und Elektrofahrzeuge (EV) haben jedoch entscheidende Wendepunkte hin zur breiten Einführung überschritten. Der Preis für Solarmodule ist seit 2010 um 90% gesunken,5 Engpässe in der sauberen Stromerzeugung sind damit beseitigt. Die Herausforderung besteht nun darin, diese und andere erneuerbare Quellen effizient mit Energiespeicherlösungen und Systemen zur Laststeuerung zu kombinieren. Dann kann die Wirtschaft nach und nach vom Potenzial für eine breit verfügbare, bezahlbare und resiliente Stromversorgung profitieren.
Nach unseren Schätzungen könnten die weltweiten Investitionen in die Energiewende in diesem Jahrzehnt insgesamt USD 24,5 Bio. erreichen und damit potenziell einen Umbruch finanzieren, der mit der technologischen Revolution der 1990er-Jahre vergleichbar ist (siehe Abbildung 5). Anlegerinnen und Anleger müssen umsichtig agieren und die Gewinnmargen, Wettbewerbsvorteile und Bewertungen von Unternehmen der Elektrowirtschaft genau analysieren. Ziel ist es, fehlbewertete Unternehmen in verschiedenen Branchen – von Netzbetreibern und Umrichtern bis hin zu Batterieherstellern – mit den besten Aussichten auf attraktive, dauerhafte Renditen zu identifizieren.
Die Energiewende schafft auch Chancen im Materialsystem, weil für den Ausbau neuer Energietechnologien neue Rohstoffe unverzichtbar sind. Auf lange Sicht wird dieser Wandel zu mehr Produktivität, niedrigeren Betriebskosten und einer höheren Effizienz führen. Kurzfristig wird er jedoch sehr kapitalintensiv sein und die Nachfrage nach den für den Übergang benötigten Materialien wie Kupfer, Zink, Lithium und Kobalt ankurbeln.
FIG 5. Power grids, electrification and renewable energy projects require significant capex9
Elektrofahrzeuge (EVs), Projekte für erneuerbare Energien und Batteriespeicher sind mit hohen Anfangskosten verbunden, die in erster Linie auf die grosse Menge an benötigten Rohstoffen zurückgehen. In einem typischen EV kommen zum Beispiel etwa 6 kg Lithium, 29 kg Nickel, 10 kg Mangan und 8 kg Kobalt zum Einsatz. Für die Ladestationen wird zusätzlich eine grosse Menge an Kupfer benötigt.6 Photovoltaikanlagen (Solarmodule) verwenden unterdessen grosse Mengen an Kupfer, Silizium, Silber und Zink, und die Produktion von Windturbinen kommt nicht ohne Eisenerz, Kupfer und Aluminium aus.
Die steigende Nachfrage und das strukturelle Angebotsdefizit werden unseres Erachtens in den kommenden Jahren zu einem Preisanstieg bei den für den Übergang benötigten Rohstoffen führen. Angesichts erhöhter geopolitischer Risiken bestehen für Staaten und Unternehmen klare Erfordernisse, Vorräte aufzubauen. Der Ausbau der KI-Infrastruktur übt zusammen damit zusätzlichen Aufwärtsdruck auf die Preise aus. Dies sind einige der zentralen Überzeugungen unseres Rohstoffteams, das seit 2023 den Schwerpunkt auf die Materialien für den Übergang legt.
Herausforderungen annehmen, anstatt sich ihnen zu ergeben
In seinem Essay „Die Herausforderung des Labyrinths“ aus dem Jahr 1962 befasste sich der Schriftsteller Italo Calvino mit den rasanten Veränderungen im Nachkriegseuropa. Dabei verglich er die schnelle Industrialisierung der Gesellschaft mit einem verwirrenden Labyrinth. Seitdem ist die Welt immer komplexer geworden. Calvino war überzeugt, dass wir unsere stärksten intellektuellen Fähigkeiten einsetzen sollten, um uns den komplexesten Fragen unserer Zeit zu stellen, statt ihnen nachzugeben. Das ist heute relevanter denn je.
Anlegerinnen und Anleger müssen sich ihrer neuen Realität stellen und bereit sein, Ansätze bei Bedarf neu zu bewerten, auszurichten und zu überdenken. Dafür brauchen sie fundiertes Anlagewissen, eine versierte Umsetzung und weitere Kompetenzen, um unübersichtliche Kurven, Umleitungen und Sackgassen zu meistern. Sie müssen sich dem Labyrinth stellen, um die Chancen jenseits davon zu erkennen.
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Quellen anzeigen.
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[1] Broadridge, Stand: August 2026. Die Zahlenwerte geben die Kapitalzuflüsse in verwaltete Fonds mit Domizil in Luxemburg oder Irland wieder. Nur zur Veranschaulichung.
[2] Die Wertentwicklung in der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse.
[3] Preqin. Hinweis: Daten vom 31. Dezember 2006 bis zum 31. Dezember 2025, umbasiert auf 100 per Anfangsdatum. Nur zur Veranschaulichung. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse.
[4] Preqin. Hinweis: Aktuellste Daten per Mai 2025. Die Renditen werden auf Basis des Medians des Netto-IRR der Benchmarkgruppe berechnet, das Risiko auf Basis der Standardabweichung des Netto-IRR. Die Grösse jeder Blase gibt das gesamte verwaltete Vermögen der Benchmarks wieder. Nur zur Veranschaulichung. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse.
[5] LOIM. Nur zur Veranschaulichung.
[6] LOIM, FTSE, MSCI, Bloomberg LLP. Nur zur Veranschaulichung. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist keine Gewähr für zukünftige Renditen.
[7] LOIM, FTSE, MSCI, Bloomberg LLP. Nur zur Veranschaulichung. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist keine Gewähr für zukünftige Renditen.
[8] „Power generation costs“, veröffentlicht von der Internationalen Organisation für Erneuerbare Energien. Abgerufen am 27. August 2026.
[9] Source: BNEF: „Energy Transition Investment Trends“ (2025) und Internationale Energieagentur: „World Energy Investment“ (2025).
[10] The Visual Capitalist, The Key Minerals in an EV Battery, 2. Mai 2022.
Wichtige Hinweise.
Nur für professionelle Anlegerinnen und Anleger
Dieses Dokument ist eine Unternehmensmitteilung und richtet sich ausschliesslich an professionelle Anlegerinnen und Anleger.
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