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Der Sekundärmarkt ist zu einer populären Ausstiegsstrategie gereift
Lombard Odier Secondaries Team
Kernpunkte.
Der Sekundärmarkt galt früher als Notlösung. Inzwischen hat er sich aber im Bereich Private Equity (PE) zu einer etablierten Ausstiegsmöglichkeit neben traditionelleren Kanälen wie Neuemissionen, Fusionen und Übernahmen entwickelt
Heute sind Secondaries wichtige Liquiditätsinstrumente, die Kapitalumschichtungen und ein aktiveres Portfoliomanagement unterstützen
Der Zugang zu hochwertigen Vermögenswerten und differenzierten Renditetreibern macht Secondaries zu einer strategischen Allokation an den Privatmärkten.
Sekundärmarkttransaktionen – die sogenannten Secondaries – dienten früher in erster Linie dazu, Phasen mit einer schwachen Neuemissions-, Fusions- und Übernahmeaktivität zu überbrücken. Im Laufe der Zeit ist der Markt, auf dem Anlegerinnen und Anleger bestehende Private-Equity-Beteiligungen erwerben, jedoch zu einer eigenen etablierten Liquiditätsquelle avanciert.
Das Spektrum an Transaktionsarten ist deutlich grösser geworden. Neben traditionellen LP-geführten („LP-led“) Portfolioverkäufen umfasst es nun unter anderem GP-geführte („GP-led“) Fortführungsvehikel (Continuation Vehicles, CVs) sowie direkte Sekundärmarktanlagen. Diese Formate ermöglichen es, Liquidität zu schaffen, ohne dass ein vollständiger Verkauf des zugrunde liegenden Unternehmens nötig ist. Dadurch bieten sie flexiblere Ausstiegsmöglichkeiten.
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Die neue dritte Kraft im Private-Equity-Universum
Die Fusions- und Übernahme- wie auch die Neuemissionsaktivität haben sich von der Flaute nach der Pandemie erholt, sodass sich die Ausstiegsbedingungen für Private-Equity-Anlegerinnen und -Anleger verbessert haben. Doch die dynamische Entwicklung hin zu Secondaries dauert an.
Im Jahr 2025 erreichte der Sekundärmarkt dank Rekordniveaus an GP-led und LP-led Transaktionen neue Höchststände. Bei ungefähr gleichen Beiträgen beider Segmente belief sich das Gesamtvolumen auf USD 220 Mrd. – ein Plus von 42% im Vergleich zum Vorjahr. Dieses Wachstum war stärker als im Bereich der globalen Fusionen und Übernahmen und kam der Erholung an den Neuemissionsmärkten sehr nahe1.
Die Märkte für Fusionen und Übernahmen sowie für Neuemissionen erholten sich zudem nicht gleichmässig. Das Volumen der Fusionen und Übernahmen stieg letztes Jahr zwar auf beinahe USD 5 Bio., doch die Erholung ging überwiegend auf sehr grosse Transaktionen – also Mega-Deals – zurück. Die Aktivität im mittleren Marktsegment blieb dagegen recht statisch. Am Neuemissionsmarkt war die Lage ähnlich: Die Erlöse erhöhten sich auf rund USD 181 Mrd., aber die Gesamtzahl der Transaktionen änderte sich kaum1. Zahlreiche PE-Portfolios sehen sich weiterhin mit einer begrenzten Liquidität und längeren Halteperioden konfrontiert, sodass Secondaries als glaubwürdige Ausstiegsalternative an Bedeutung gewinnen.
Die wichtigsten Arten von Sekundärmarkttransaktionen
LP-led Transaktionen. Limited Partners (LPs) veräussern Beteiligungen an PE-Fonds vor dem Ende der Fondslaufzeit.
GP-led Transaktionen. General Partners (GPs) übertragen einen oder mehrere Vermögenswerte aus einem Primärfonds in ein Fortführungsvehikel (CV). Bestehende Anlegerinnen und Anleger können so aussteigen und neue einsteigen – normalerweise mit einer weiteren Allokation durch den GP.
Direkte Transaktionen (Company-Leds). Eine Anlegerin oder ein Anleger erwirbt direkt eine Beteiligung an einem Unternehmen ausserhalb eines GP-geführten Prozesses.
Mehr über die Arten von Sekundärmarkttransaktionen und die Marktdynamik erfahren Sie in unserem Fachartikel.
Geringeres Marktrisiko, mehr Privatsphäre
Vor diesem Hintergrund sind Fortführungsvehikel (CVs) heute stärker gefragt. Prognosen zufolge sollen sie in den nächsten Jahren rund 20% der jährlichen GP-Ausstiegstransaktionen ausmachen.2 Dies zeigt, dass GP-led Secondaries als Alternative zu Börsengängen an Attraktivität gewinnen.
Bei Börsengängen kommt es stark darauf an, ein günstiges Zeitfenster an den Märkten abzupassen. Zudem gelten umfassende Offenlegungspflichten. Bei GP-led Transaktionen („GP-Leds“) sind dagegen nicht öffentliche Verhandlungen mit einer kleinen Gruppe von Käufern möglich; auf diese Weise reduziert sich das Ausführungsrisiko, und die Vertraulichkeit ist gewahrt.
CVs bieten darüber hinaus mehr Flexibilität mit Blick auf die Wahl des Zeitpunkts und die Bewertung. Dadurch können GPs unfreiwillige Ausstiege bei volatilen Märkten vermeiden und Liquiditätslösungen nach Mass für Anlegerinnen und Anleger strukturieren. Bei GP-Leds kann es zwar Monate bis zur Umsetzung dauern, jedoch sind sie in der Regel deutlich effizienter und besser vorhersagbar als ein Börsengang.
Diese Dynamik hat insgesamt dazu beigetragen, dass Secondaries heute nicht mehr als reine Ersatzoption gelten. Stattdessen sind sie ein fester, häufig wertoptimierender Bestandteil des Instrumentariums für den Ausstieg aus PE-Anlagen geworden.
Secondaries als strategische Privatmarktallokation
Secondaries erleichtern nicht nur den Zugang zu Liquidität, sondern sind mittlerweile auch eine eigene, zunehmend bedeutende Anlagestrategie an den Privatmärkten. Das Kapital von LPs fliesst verstärkt in Secondaries, die traditionelle Dachfonds (Fund of Funds) sukzessive als bevorzugtes Instrument für ein diversifiziertes PE-Engagement ablösen.
Der Anteil von Secondaries an der gesamten PE-Kapitalbeschaffung stieg von rund 5% in den Jahren 2021 und 2022 auf beinahe 15% im Jahr 2025. Für dieses Wachstum sind Umschichtungen aus traditionellen PE-Dachfonds verantwortlich, deren Anteil an der gesamten Kapitalbeschaffung in den letzten beiden Jahren auf ca. 3% bis 5% gesunken ist.3
Zugleich agiert eine grössere Zahl von Anlegerinnen und Anlegern in diesem Bereich. Institutionelle Anleger bleiben zwar die grösste Kapitalquelle; ihr Anteil an den Zusagen ist aber von etwa 80% im Jahr 2021 auf rund 65% im Jahr 2025 gesunken. Vermögensverwaltungsplattformen und Instrumente, die sich an private Anlegerinnen und Anleger richten, legten unterdessen von ca. 9% der Gesamtzusagen auf etwa 24% zu.4
Die Nachfrage nach Anlagen in Secondaries profitiert von mehreren strukturellen Vorteilen. Dazu zählen:
Renditen. In der Vergangenheit lag der Median des Netto-IRR bei ca. 17%, wobei die Volatilität geringer war als bei vielen anderen Privatmarktstrategien.5 Weitere Vorzüge sind zum Beispiel geringere J-Kurven-Effekte, das Potenzial zum Erwerb von Vermögenswerten mit Abschlägen auf den NAV und ein beschleunigtes Cashflow-Profil.
Flexibilität. Massgeschneiderte Transaktionsstrukturen können auf unterschiedliche Liquiditätsbedürfnisse von LPs abgestimmt werden. GP-led Transaktionen spielen bei dieser Entwicklung eine wesentliche Rolle. Denn sie ermöglichen Sponsoren, die Haltedauer hochwertiger Anlagen zu verlängern, und bieten LPs optional Liquidität oder eine Wiederanlage. Bei direkten Sekundärmarktanlagen können Unternehmen periodische Liquidität für Aktionäre schaffen, unter anderem für frühe Anlegerinnen und Anleger und Mitarbeitende. Zugleich ziehen sie neues Kapital und strategische Partner an.
Sichtbarkeit. Anlegerinnen und Anleger an den Sekundärmärkten erhalten Zugang zu bewährten Anlagen mit etablierter Performancehistorie, was fundiertere Engagements ermöglicht. Bei GP-geführten Transaktionen sind detaillierte Informationen auf Unternehmensebene zugänglich, was einen Due-Diligence-Prozess ermöglicht, der eher dem bei Direktanlagen ähnelt.
Eine langfristige Kernkomponente von Portfolios institutioneller Anleger
Aufgrund dieser Merkmale finden Secondaries beim Portfolioaufbau heute systematischer Berücksichtigung. Institutionelle Anleger nutzen sie vermehrt zur Umschichtung ihrer Portfolios, für das Liquiditätsmanagement und zur Diversifikation über Jahrgänge (Vintages).
Der Anstieg des dafür verwendeten Kapitals bildet diesen Trend ab. Das an den Sekundärmärkten noch verfügbare Anlagekapital – geschätzt rund USD 215 Mrd.6– und das fortgesetzte Engagement erfahrener Käuferinnen und Käufer haben die Markttiefe vergrössert. Zudem kommen sie der Preissetzung sowie den Governance- und Ausführungsstandards zugute.
Eine Strategie, mehrere Wege zu Wertpotenzial
Wir investieren seit 2009 in Secondaries und haben die Entwicklung des Markts aus nächster Nähe miterlebt. Daher verstehen wir die Dynamik dieses Ökosystems sehr genau.
Unser differenzierter Ansatz kombiniert mehrere Transaktionsarten, Sourcing-Kanäle und Anlagedisziplinen zu einer einzigen, kohärenten Strategie. Wir investieren in LP-led, GP-led und direkte Transaktionen im mittleren Marktsegment. Dabei stützen wir uns auf unsere Expertise und unsere weitläufigen Partner-Netzwerke, um Chancen in aller Welt zu nutzen.
Dank einer anlagenzentrierten Denkweise beim Investieren bietet uns dieser hybride Ansatz Zugang zu den attraktivsten Chancen auf den Märkten. Diese decken unterschiedliche Regionen, Transaktionsarten, Laufzeitsegmente und Strukturen ab.
Ein etablierter Bestandteil der Privatmärkte
Der Wandel zeigt sich deutlich bei grossen institutionellen Anlegern. Öffentliche Pensionsfonds investieren heute etwa 30% bis 35% ihres Vermögens in alternative Anlagen. Rund 10% bis 12% fliessen in Private Equity – bei einer systematischen Nutzung von Secondaries. Auf ähnliche Weise nutzen Staatsfonds, die ca. 25% bis 30% des verwalteten Vermögens an den Privatmärkten investiert haben, vermehrt Secondaries für das Liquiditätsmanagement und um ihre Zielengagements zu bewahren.7
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Sekundärmarkttransaktionen heute ein zentrales Element sind, um Wert zu realisieren und Liquidität zu generieren. Als Anlagestrategie bieten sie differenzierte Möglichkeiten für den Zugang zu den Privatmärkten. All diese Faktoren haben Secondaries zu einem dauerhaften, wesentlichen Bestandteil des Privatmarkt-Ökosystems gemacht.
2 Greenhill & Co., Global Secondary Market Review FY 2024, in Secondaries Investor, 13. Februar 2025.
3 2025 Secondary Market Report, UBS Private Funds Group
4 Schätzungen zur Zusammensetzung der Anlegerinnen und Anleger basierend auf Preqin, Jefferies, With Intelligence / S&P Global, Bloomberg und Veröffentlichungen von Vermögensverwaltern (2021–2025). Hinweis: Die Schätzungen zu den Allokationen nach Anlegergruppen basieren auf einer branchenüblichen Triangulation, nicht auf veröffentlichten Daten auf Fondsebene; die Werte geben die erteilten Zusagen (nicht das eingesetzte Kapital) wieder. Die Beteiligung privater Anlegerinnen und Anleger konzentriert sich auf wenige grosse Evergreen-Vehikel, sodass es im Jahresvergleich zu Schwankungen kommen kann.
5 Quelle: Preqin. Hinweis: Aktuellste Daten, Stand: Februar 2025. Nur zur Veranschaulichung. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse.
7 Basierend auf Analysen von Reason Foundation, Wellington Management, Northern Trust, SSGA, Franklin Templeton und Invesco zur Vermögensallokation und Verwendung von Secondaries durch institutionelle Anleger (2023–2025). Hinweis: Die Zahlen widerspiegeln keine einheitlichen politischen Ziele, sondern eher allgemeine Branchendurchschnitte und umfragebasierte Angaben. Secondaries sind in der Regel fest in PE-Programme eingebettet und werden daher meist nicht als eigenständige Allokationen ausgewiesen. Die Verwendung variiert je nach Institutsgrösse, Governance-Modell und Liquiditätsbedürfnissen.
Wichtige Hinweise.
Nur für professionelle Anlegerinnen und Anleger
Dieses Dokument ist eine Unternehmensmitteilung und richtet sich ausschliesslich an professionelle Anlegerinnen und Anleger.
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