Ein Jahr nach ihrer Lancierung hat unsere Liquid-Global-High-Yield-Strategie (LGHY) eine starke Outperformance für die Anlegerinnen und Anleger erzielt und sich exakt wie vorgesehen verhalten. Die im Mai 2025 lancierte Strategie sollte Liquiditätsbeschränkungen, hohe Kosten und eine anhaltende Underperformance bei High-Yield-Anlagen adressieren. Sie setzt unsere bewährte quantitative Expertise durch einen systematischen, derivatbasierten Ansatz um. Die Strategie wird durch ein spezialisiertes Expertenteam mit über zehn Jahren Erfahrung im Bereich Kreditderivate verwaltet und hat alle ihre Ziele erreicht.
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High-Yield-Anlagen in neuem Licht
High-Yield-Unternehmensanleihen bieten attraktive langfristige Renditen und Ertragspotenzial. Doch herkömmliche aktive und passive Ansätze weisen strukturelle Nachteile auf: Die Liquidität ist begrenzt, die Performance bleibt häufig hinter den Benchmarks zurück, und die Kosten – insbesondere Swing Pricing bei Marktstress – sind hoch.
LGHY meistert diese Herausforderungen durch einen systematischen Rahmen, der hochwertige Staatsanleihen mit Indizes für Credit-Default-Swaps (CDS) kombiniert. Bei Letzteren handelt es sich um hoch liquide Körbe von Kreditrisiken, die eine effiziente Umsetzung zu einem Bruchteil der Kosten ermöglichen. Indem die Strategie ein synthetisches Engagement in Anleihen eingeht, bildet sie die Cashflows von Anleihen nach und erzielt eine potenzielle Outperformance. Gleichzeitig vermeidet sie die Liquiditätsbeschränkungen der physischen Märkte. Die Geld-Brief-Spannen sind deutlich geringer als bei Anleihen. Infolgedessen weist die Strategie eine wettbewerbsfähige Total Expense Ratio (TER) auf, die deutlich unter der mittleren TER globaler High-Yield-Fonds von über 0,7% liegt.
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Outperformance durch Rolldown-Effekte
In ihrem ersten Jahr erzielte der LGHY hervorragende Renditen von 2,25%2 vor Gebühren, die über der Benchmark lagen (siehe Abbildung 1). Dabei wirkten die in unserer Entwicklungsanalyse genannten Performancetreiber wie erwartet und untermauerten die Stärke und Konsistenz der Strategieumsetzung. Bei der Lancierung betrug das verwaltete Vermögen USD 55 Mio. Inzwischen ist es deutlich gestiegen und lag per 30. April 2026 bei USD 460 Mio.
ABB. 1. Bruttoperformance des Composite der Liquid-Global-High-Yield-Strategie3 über ein Jahr ggü. der Benchmark
Abb. 2. Zusammenfassender Risikoindikator der Liquid-Global-High-Yield-Strategie4
Die Performance basierte vor allem auf der Realisierung von Rolldown-Renditen in den CDS-Märkten. Dort kontrastieren ansteigende Kurven mit flacheren oder invertierten Cash-Anleihen-Kurven. Diese Differenz zwischen synthetischer Basis und Cash-Basis bildet die wesentliche Grundlage für die langfristige Outperformance der Strategie. Die beiden Rolltermine des Index – im September 2025 und im März 2026 – wiesen deutlich positive Rolldown-Effekte auf. Dies bekräftigt unsere Einschätzung, dass der Treiber der Outperformance intakt ist.
Performance-Attribution: ein massgeschneiderter Ansatz
Da die Performance der LGHY-Strategie im Wesentlichen durch die Cash-Synthetic. Basis bestimmt wird, eignen sich traditionelle Ansätze der Performance-Attribution weniger gut. Stattdessen teilen wir die Bruttoperformance des Fonds gegenüber der Benchmark in einen „Strategy Tracking Error (TE)“ und einen „Implementation TE“ auf.
- Strategy TE: Der Strategy TE wird definiert als die Performance der synthetischen Strategie gegenüber der Cash-Benchmark.
- Implementation TE: Definiert als Differenz zwischen der Bruttoperformance des Fonds und dem Strategy TE – im Idealfall sollte diese bei einer systematischen Strategie gering sein.
Wie in unserem vorherigen Research ausführlich untersucht, lässt sich der Strategy TE in zwei Komponenten unterteilen: den Zusammensetzungseffekt und den Basiseffekt5, wobei Letzterer der wesentliche Treiber der langfristigen Outperformance der Strategie darstellt.
Abbildung 3 zeigt, dass der Fonds in seinem ersten Jahr die Benchmark um 2,25% vor Gebühren übertroffen hat6, und zwar durch eine Kombination aus Zusammensetzung (1,2%) und dem Basiseffekt (1,34%). Die Performance der Absicherung war negativ, was zu erwarten ist, da sich die Märkte rasch von Stressphasen erholt und keinen grösseren Liquiditätsschock erlitten haben. Vor allem aber hat die jährliche basisbedingte Outperformance weitgehend dem langfristigen Zielwert aus unserer historischen Simulation entsprochen.
ABB. 3. Aufschlüsselung der Bruttoperformance des Composite3 der Liquid-Global-High-Yield-Strategie über ein Jahr ggü. der Benchmark 7
Konzipiert für Performance in Stressphasen
Die durch den Iran-Konflikt ausgelöste Marktkrise stellte die Strategie vor ihre erste grosse Bewährungsprobe. Sie meisterte diese genau so, wie es unser Research erwarten liess.
In den frühen Phasen von Marktschocks weiten sich die CDS-Spreads schneller aus als die Spreads von Cash-Anleihen. Grund dafür ist, dass Anlegerinnen und Anleger zur Absicherung eher die liquideren Instrumente einsetzen. Den Verkauf illiquider Anleihen zur Reduktion des Risikos und die damit verbundenen hohen Handelskosten vermeiden sie hingegen möglichst. Dies war in den ersten Märzwochen 2026 erkennbar, als der Fonds hinter der Benchmark zurückblieb. Unser Research zeigt jedoch, dass sich eine solche basisbedingte Underperformance in der Regel wieder ausgleicht. Die Märkte haben sich nach einer anfänglichen CDS-Underperformance in der Vergangenheit stets in eine von zwei Richtungen entwickelt:
- Die Situation verschlechtert sich, was zu Mittelabflüssen und zu einer massenhaften Flucht in Liquidität durch den Verkauf von Anleihen führt. Bei einem solchen Szenario schneiden Cash-Anleihen schlechter ab, da die einseitige Nachfrage nach Liquidität die Handelskosten deutlich steigen lässt
- Die Situation verbessert sich und die Märkte erholen sich. In diesem Fall kehren die CDS-Spreads auf das Niveau zurück, auf dem sie vor dem Schock waren, und holen die Underperformance wieder auf.
Glücklicherweise herrschte im April das zweite Szenario vor, und die basisbedingte Underperformance glich sich wieder aus. Die Renditen des Fonds kehrten zu ihren relativen Höchstständen gegenüber der Benchmark zurück, die sie vor dem Schock erreicht hatten.
Gleichzeitig waren die Volumen von Kreditderivaten – wie aus Abbildung 4 ersichtlich wird – deutlich höher als bei Anleihen und unterstützen eine robuste Liquidität. Der Verzicht der Strategie auf Swing Pricing half den Anlegerinnen und Anlegern zudem, implizite Verwässerungskosten zu vermeiden.
ABB. 4. Handelsvolumen von Kreditderivaten ggü. US-HY-Anleihen8
Letztlich konnten wir trotz des hohen Marktstresses die Erwartungen unserer Kundinnen und Kunden durch das volatile Marktumfeld steuern und unsere Ziele erreichen. Zu verdanken war dies unserem klaren Verständnis der Ursachen der vorübergehenden Underperformance sowie der durch unser Research gestützten Erwartung einer bevorstehenden Erholung.
Blick nach vorn
Liquid Global High Yield wurde aufgrund unserer Überzeugung entwickelt, dass herkömmliche Ansätze bei dieser Anlageklasse nicht mehr funktionierten. Anlagechancen im High-Yield-Segment konnten aufgrund der stark begrenzten Liquidität, der andauernden Underperformance und erheblicher Kosten lange Zeit nur eingeschränkt genutzt werden. Zu Letzteren trugen sowohl die laufenden Kosten als auch das Swing Pricing während Phasen von Marktstress bei.
In ihrem ersten Jahr hat die LGHY-Strategie diese Herausforderungen in vollem Umfang gemeistert. Sie bietet sowohl überdurchschnittliche Liquidität bei widrigen Marktbedingungen als auch eine starke Outperformance – all dies bei einem TER, der deutlich unter dem Durchschnitt liegt. Dadurch konnten wir die erzielte Rendite für unsere Kundinnen und Kunden zusätzlich verbessern. Aus unserer Sicht ist der Ausblick für die Strategie äusserst positiv: Sie bietet Anlegerinnen und Anlegern ein liquides Engagement in High-Yield-Anleihen mit Potenzial für eine anhaltende Outperformance unter unvorhersehbaren Marktbedingungen.
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