Rohstoffe für die Technologierevolution und den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft halten wir für eines der interessantesten langfristigen Anlagethemen. Die letzten drei Jahre bestärken uns in unserer Überzeugung.
Sowohl die Marktentwicklung als auch die fundamentalen Trends weisen exakt in die Richtung, von der wir bei der Lancierung unserer Strategie im Mai 2023 ausgingen. Der Kapazitätsausbau im Bereich erneuerbare Energien, die beschleunigte Elektrifizierung und das schnelle Wachstum der Infrastruktur mit KI-Bezug lassen die Nachfrage nach kritischen Grundstoffen steigen. Zugleich bestehen an zahlreichen Märkten weiterhin Angebotsengpässe.
Die Transition-Materials-Strategie von LOIM beweist seit ihrer Lancierung, dass sie in der Lage ist, mit diesen Diskrepanzen zurechtzukommen. Sie ist eine der wenigen Strategien, die sich ausschliesslich auf die für den Übergang benötigten Rohstoffe konzentriert und keine Engagements in Öl und Gas hält. Wir sind daher unseres Erachtens gut aufgestellt, um die sich bietenden Chancen weiterhin zu nutzen.
Validierung unseres Ansatzes
Die Transition-Materials-Strategie bietet – auf der Basis von Futures – Engagements in den entscheidenden Rohstoffen für die Weltwirtschaft von morgen. Die Strategie hat ihre Benchmark seit der Auflegung übertroffen (siehe Abbildung 1),1 was die Werthaltigkeit dieses Ansatzes widerspiegelt.
Unsere Strategie bietet auch eine Inflationsabsicherung und eine Quelle für diversifizierte Renditen bei einer geringen Korrelation mit Anleihen und globalen Aktien. Zugleich behält sie ein starkes Engagement in Rohstoffen bei. Die historische Korrelation mit dem Bloomberg Global Aggregate Treasuries Index beträgt etwa 0,1, mit dem MSCI World Index 0,3 und mit dem Bloomberg Commodity Index 0,72.
ABB. 1. Bruttoperformance des Composite3 der Transition-Materials-Strategie über drei Jahre ggü. der Benchmark
Die Anlagethese gewann im Jahr 2025 erheblich an Zugkraft. Die Märkte erkannten zunehmend, welche Auswirkungen die immer schnelleren wirtschaftlichen Veränderungen und die zunehmende Knappheit an industriellen Grundstoffen haben.
Das Jahr 2026 bringt kurzfristige Herausforderungen mit sich. Die geopolitischen Entwicklungen, Handelsspannungen und die politische Unsicherheit haben die Märkte wiederholt belastet und lösten Volatilität bei Anlagen mit Bezug zum Übergang aus.
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Die Strategie bewies jedoch ihre Widerstandsfähigkeit ‒ dank sehr positiver Beiträge von Grundstoffen wie Kupfer, Aluminium, Lithium, Nickel und anderen. Positive Nachfragefaktoren wie der Infrastrukturbedarf für KI und der fortgesetzte Ausbau der Batterieproduktion stützen die langfristigen Anlageaussichten. Sie gehen dabei weit über die Entwicklungen an den Öl- und Gasmärkten hinaus.
Die Ergebnisse widerspiegeln einen Anlageansatz, der fest in unserer Überzeugung verwurzelt ist, dass die Nachfrage nach Ressourcen sektorübergreifend steigt. Vor drei Jahren richteten wir unsere führende Rohstoffstrategie neu aus. Wir lancierten die Transition-Materials-Strategie, um die Chancen zu nutzen, die sich nach unserer Erwartung ergeben würden.
ABB. 2. Zusammenfassender Risikoindikator der Transition-Materials-Strategie4
Grundlegende Veränderung unserer Anlagephilosophie für Rohstoffe
Am 2. Mai 2023 wandelte LOIM die Strategie Commodity RP (Risk Premia) in die Transition-Materials-Strategie um. Nur wenige Tage später hob die Weltgesundheitsorganisation die Einstufung von Covid-19 als internationalen Gesundheitsnotstand auf. Rückblickend wissen wir, dass dies mit dem Aufkommen einer neuen geopolitischen und wirtschaftlichen Ordnung zusammenfiel, was unsere Einschätzungen zusätzlich untermauert.
Die Grundlagen der Transition-Materials-Strategie reichen jedoch bis weit vor das Jahr 2023 zurück. LOIM hatte sukzessive für alle Anlageklassen Analysen der langfristigen Veränderungen des Wirtschaftssystems integriert, unter anderem in thematische Aktienstrategien und Multi-Asset-Portfolios.
Strategische Anlagen, die den Übergang unterstützen
Rohstoffe waren eine natürliche Erweiterung für diesen Denkansatz. Fest stand, dass der Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft gewaltige Mengen an Rohstoffen erfordern würde. Diese Erkenntnis löste ein Umdenken in Bezug auf die traditionellen Rahmenwerke für Rohstoffanlagen aus.
Wir wollten Rohstoffe nicht als eine zyklische Anlageklasse behandeln, deren Entwicklung in erster Linie vom globalen Wachstum bestimmt wird. Stattdessen begannen wir, sie als strategische Anlagen anzusehen, die den strukturellen Wandel unterstützen.
Durch die intensive Zusammenarbeit mit unserem Roadmap Research Team gewannen wir Einblicke, was künftig die Nachfrage antreiben würde. Dazu zählen insbesondere folgende Aspekte:
- Die Elektrifizierung erfordert einen exponentiellen Anstieg der Verfügbarkeit von Metallen wie Kupfer und Aluminium
- Technologien im Bereich erneuerbare Energien setzen auf kritische Mineralien wie Lithium, Kobalt und Nickel
- Der Netzausbau, Speicherlösungen und die digitale Infrastruktur erhöhen die Materialintensität zusätzlich.
Es wurde deutlich, dass strukturelle Angebotsengpässe auf ein beständiges Nachfragewachstum treffen würden. Dieser Aspekt würde günstige Bedingungen für steigende Preise in bestimmten Rohstoffsegmenten schaffen.
Deshalb engten wir den Fokus des Anlageuniversums auf Rohstoffe ein, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Energiewende und umfassenderen Systemveränderungen stehen. Das neue Rahmenwerk baut auf unserer Expertise für systematisches, risikobasiertes Anlegen auf, ergänzt durch eine fundamental orientierte Allokation.
Unser Ansatz: grundlegende Überzeugung, systematische Umsetzung
Die Transition-Materials-Strategie von LOIM ruht in erster Linie auf zwei Säulen:
- Fundamentale Auswahl von für den Übergang relevanten Rohstoffen
Das Anlageuniversum ist auf Futures auf Rohstoffe beschränkt, die eine entscheidende Rolle bei der Dekarbonisierung, der Elektrifizierung sowie bei der Entwicklung einer nachhaltigen Infrastruktur spielen
- Systematischer risikobasierter Portfolioaufbau
Innerhalb dieses Anlageuniversums legen wir die Allokationen mithilfe unseres etablierten quantitativen Rahmenwerks fest. So können wir Diversifikation, Risikokontrolle und eine disziplinierte Neugewichtung gewährleisten.
Dieser hybride Ansatz bewahrt die Disziplin der systematischen Expertise, berücksichtigt aber auch zukunftsgerichtete, thematische Überzeugungen auf Basis eines gründlichen Research. So können wir Engagements dynamisch anpassen und zugleich fest auf die strukturellen Treiber des Übergangs ausgerichtet bleiben.
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Geopolitik und Ressourcensicherheit
Seit der Neuausrichtung der Strategie haben sich die Bedingungen für Rohstoffe erheblich verändert. Zwischenstaatliche Spannungen, insbesondere der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine sowie die instabile Lage im Nahen Osten, haben bedeutende Probleme aufgedeckt. Dazu zählen Schwachstellen in den globalen Lieferketten und eine stärkere Volatilität an den Energie- und Rohstoffmärkten.
Zugleich betrachten Regierungen die Energie- und Ressourcensicherheit neben der Dekarbonisierung zunehmend als Priorität. Dies führt zu einer stärkeren wirtschaftlichen Fragmentierung, Ressourcen-Nationalismus und einer einfallsreichen Industriepolitik. Daher ist die Angebotssicherheit nun ein wesentlicher Faktor für die Entwicklung der Rohstoffmärkte, den Fluss von Anlagegeldern und die Dynamik der Preisfindung.
Elektrifizierung, erneuerbare Energien und KI
Angebotsseitige Beschränkungen treffen auf starke Nachfragetreiber. Die Elektrifizierung, die Nutzung erneuerbarer Energien und Investitionen in Energie- und Übertragungsnetze lassen die Nachfrage nach wichtigen Metallen steigen. KI verstärkt diesen Trend, weil Rechenzentren grosse Mengen an Energie und Materialien benötigen.
Die Nachfrage nach Grundstoffen für den Übergang nimmt inzwischen auch in der Gesamtwirtschaft zu und wird dadurch stärker und beständiger.
Kupfer ist ein gutes Beispiel für diese Dynamik, da es in allen Bereichen der Elektrifizierung eine zentrale Rolle spielt ‒ von der Stromerzeugung und -verteilung bis zur Elektromobilität und digitalen Infrastruktur. Die zügige Verbreitung von Batteriespeichersystemen zur Stabilisierung der Stromnetze, die zunehmend auf Strom aus erneuerbaren Quellen setzen, stützt die Nachfrage ebenfalls.
ABB. 3. Kupfer: das bevorzugte Metall für die Elektrifizierung5
Auswirkungen auf die Preise und Anlageausblick
Gemeinsam schaffen diese Kräfte ein günstiges Umfeld für die Grundstoffe, die für den Übergang benötigt werden. Folgende wesentliche Faktoren stützen unseren positiven Ausblick:
- Kurzfristig sind die Möglichkeiten zur Erhöhung des Angebots aufgrund langer Projektvorlaufzeiten begrenzt. Beispielsweise kann die Erschliessung neuer Minen mehr als zehn Jahre dauern; das Angebot wächst daher weiterhin nur langsam, wohingegen die Nachfrage schnell zunimmt
- Die Produktionskosten steigen aufgrund des Zeitaufwands und der Prozesse, die zur Erfüllung von Umweltauflagen und regulatorischen Bestimmungen notwendig sind
- Das Wettrennen um Ressourcen zwischen den führenden Volkswirtschaften verschärft sich.
Fazit: Positionierung für das nächste Jahrzehnt
Die Transition-Materials-Strategie ist nach unserer Meinung auf eine der bedeutendsten wirtschaftlichen Veränderungen unserer Zeit ausgerichtet. Die letzten drei Jahre haben uns in unserer Überzeugung von dieser Anlagechance bestärkt. Gründe dafür sind die steigende Nachfrage nach kritischen Grundstoffen, Ressourcen-Nationalismus und die Umstrukturierung der globalen Lieferketten.
Die Strategie ist bestrebt, Anlegerinnen und Anlegern einen Zugang zu den Materialien und Rohstoffen zu bieten, die die Säulen der Wirtschaft von morgen sein dürften. Zu diesem Zweck kombiniert sie gezielte Engagements in diesen strukturellen Trends mit einem disziplinierten, systematischen Anlageansatz. Mittels Rohstoff-Futures legt sie den Schwerpunkt auf die grundlegende Dynamik von Angebot und Nachfrage an diesen Märkten. Die Betriebsergebnisse der einzelnen Unternehmen spielen dagegen eine untergeordnete Rolle.
Vor drei Jahren gestalteten wir die Strategie neu. Heute sind wir noch stärker davon überzeugt, dass Grundstoffe für den Übergang weiterhin einen massgeblichen Einfluss auf die globalen Märkte und die langfristigen Anlagechancen haben dürften. Dies werden wir auch künftig durch unsere eigens dafür konzipierte Strategie zum Ausdruck bringen.
Mehr über unsere „Transition Materials“-Rohstoffstrategie erfahren Sie hier.