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Langfristige Performance sichern: ein Interview mit dem Head of Swiss Fixed Income
Giovanni Bizzozero, Portfolio Manager; Markus Thöny, Head of Swiss Fixed Income; David Perez, Portfolio Manager; Philipp Burckhardt, Portfolio Manager
Kernpunkte.
Das Swiss Fixed Income Team von LOIM hat seinen Anlageprozess in den vergangenen 18 Jahren laufend verfeinert. Zugleich hat es konsequent an einer klaren Anlagephilosophie festgehalten.
Markus Thöny, Head of Swiss Fixed Income von LOIM, erläutert die Grundlagen für den langfristigen Erfolg seines Teams. Dazu zählen unter anderem das disziplinierte Eingehen von Risiken und eine klare Kundenkommunikation.
Er spricht über die Entwicklung des Marktes für CHF-Unternehmensanleihen, die sich ändernden Kundenerwartungen sowie die wichtigsten Chancen und Risiken für Schweizer Anleihen.
Unseres Erachtens basiert der Anlageerfolg bei Anleihen auf drei Säulen: Menschen, Prozesse und Performance. Die Swiss-Fixed-Income-Strategie von LOIM stützt auf diesen Fundamenten. In diesem Jahr erreichte der Swiss Franc Credit Bond Fund einen wichtigen Meilenstein: er überschritt erstmals die Marke von CHF 2 Mrd. an verwalteten Vermögen.
Im folgenden Interview blickt Markus Thöny, Head of Swiss Fixed Income, auf die fast 20-jährige Entwicklung der Strategie und die Werterhaltung während wechselnder Marktzyklen zurück. Er spricht über die Anlagephilosophie des Teams, die aus vergangenen Marktkrisen gewonnenen Erkenntnisse, den hohen Stellenwert des Kundenvertrauens und die Aussichten für Schweizer Anleihen.
F: Das Team hat seine Erfolgsbilanz unter sehr unterschiedlichen Marktbedingungen erreicht. Was war ausschlaggebend dafür, dass es diese Ergebnisse erzielen konnte?
A: Performance hat für uns stets oberste Priorität. Dafür braucht es hervorragende Anlageexpertinnen und -experten sowie ein Anlageprozess, der unsere Philosophie widerspiegelt.
Unsere Philosophie basiert auf Verantwortungsbewusstsein und klaren Zuständigkeiten. Wir lassen unsere Anlagespezialistinnen und -spezialisten das tun, was sie am besten können: ihr Fachwissen direkt in den Portfolios anzuwenden und Anlageentscheide im Rahmen klar definierter Risikobudgets zu treffen. Entscheide sollten unseres Erachtens von den Personen mit dem besten Fachwissen getreffon werden. Die Spezialistinnen und Spezialisten können die Anlagemöglichkeit am besten beurteilen und sollen die volle Verantwortung für das Ergebnis tragen. Dadurch entsteht eine Kultur der Verantwortung, Flexibilität und Leistungsbereitschaft.
Ebenso wichtig ist die Art und Weise, wie wir unsere Kundinnen und Kunden betreuen. Wir sind davon überzeugt, dass Vertrauen jeden Tag aufs Neue durch Integrität, Professionalität und konsistente Umsetzung verdient werden muss. Wir legen Wert darauf, unsere Kundinnen und Kunden klar, verständlich und transparent über die Entscheidungen und Anpassungen in ihren Portfolios zu informieren und stellen sicher, dass unsere Portfolios dem Anlageansatz entsprechen.
Letztlich ist es immer unser Ziel, starke Anlageergebnisse zu erzielen und eine vertrauenswürdige, langfristige Partnerin für unsere Kundinnen und Kunden zu sein.1
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F: Haben die Marktentwicklungen zu wesentlichen Änderungen Ihres Ansatzes geführt, oder haben sich dessen Kernprinzipien bewährt?
A: Unsere Philosophie ist seit der Einführung der Strategie im Juni 2008 unverändert geblieben. Im Zentrum unseres Prozesses steht eine klare Unterscheidung zwischen Beta- und Alpha-Generierung. Die Benchmark-Nachbildung und das Cash-Management übernehmen spezialisierte Replikationsexpertinnen und -experten. Die Alpha-Generierung erfolgt durch verschiedene Portfoliomanager. Als erfahrene Anlageexpertinnen und -experten wenden sie ihr Fachwissen an, um differenzierte und weitgehend unkorrelierte Renditebeiträge zu erzielen.
Ein robuster Anlageprozess muss mit der Anlagephilosophie im Einklang stehen, aber auch skalierbar und anpassungsfähig sein. Während sich die Kernprinzipien von unserem Anlageprozess nicht geändert haben, wurde der Prozess in den letzten 18 Jahren kontinuierlich verfeinert. So haben wir neue Alpha-Quellen hinzugefügt und systematische Absicherungsstrategien integriert. Diese Kombination aus Beständigkeit und Innovation ist ein wesentlicher Faktor unseres langfristigen Erfolgs.
Stabilität, sich ergänzende Kompetenzen und fundierte Erfahrung schaffen die Grundlage für eine gute Zusammenarbeit, die durch unser gemeinsames Engagement für verlässliche Ergebnisse geprägt ist.
F: Die Strategie wurde auf dem Höhepunkt der globalen Finanzkrise lanciert. Sie haben sie anschliessend durch die Schuldenkrise in der Eurozone, die Phase negativer Schweizer Zinsen und den Inflationsschock nach der Pandemie gesteuert. Wie hat sich die Strategie unter diesen sehr unterschiedlichen Bedingungen bewährt?
A: Als aktive Manager sind wir bestrebt, aktive Risiken einzugehen. Das bedeutet naturgemäss, dass wir nicht bei jeder Anlageentscheidung richtig liegen. Zeitweise konnten wir nicht mit der Benchmark Schritt halten. Auf eine vorübergehende Underperformance folgte jedoch stets eine starke Outperformance, was unser Vertrauen in unseren aktiven Anlageansatz mittel- bis langfristig untermauerte.
In Stressphasen legen wir grossen Wert auf transparente Kommunikation. So können unsere Kundinnen und Kunden verstehen, was geschehen ist, wie sich dies auf die Portfolios ausgewirkt hat und wie wir darauf reagieren.
„Auf eine vorübergehende Underperformance folgte jedoch stets eine starke Outperformance2, was unser Vertrauen in unseren aktiven Anlageansatz mittel- bis langfristig untermauerte.“
– Markus Thöny, Head of Swiss Fixed Income
Unsicherheit wird häufig durch fehlende Informationen verstärkt. Wir sind daher bestrebt, aktuelle, transparente und ehrliche Informationen bereitzustellen. Indem wir unsere Kundinnen und Kunden über Entwicklungen, Risiken und unsere Einschätzung der Lage auf dem Laufenden halten, tragen wir zum Aufbau von Vertrauen bei. Zudem unterstützen wir so eine fundierte Entscheidungsfindung. Eine klare Kommunikation in Verbindung mit einer disziplinierten Anlageverwaltung bildet das Fundament für erfolgreiches Krisenmanagement.
Alle Anlageentscheide erfordern zunächst eine gründliche Analyse der Fundamentaldaten von Emittenten als auch der daraus resultierenden Risiken für das Portfolio. Bei Anlagen in Titel mit tieferem Rating ist beispielsweise eine breite Diversifikation für das Risikomanagement unerlässlich. Zudem können systematische Absicherungsstrategien das Drawdownrisiko und die Volatilität des Portfolios in Phasen mindern, in denen Marktstress herrscht.
Gleichzeitig ergeben sich aus Marktverwerfungen oft einige der attraktivsten Chancen, da es zu vorübergehenden Diskrepanzen zwischen den Marktpreisen und den zugrunde liegenden Fundamentaldaten kommen kann. Dank ihrer fundierten Kenntnisse der Emittenten und Märkte können unsere Kreditspezialistinnen und -spezialisten Risiken sicher einschätzen und durch diszipliniertes, selektives Investieren attraktive Risiko-Rendite-Chancen identifizieren.
Deshalb betrachten wir Marktverwerfungen nicht nur als Phasen mit erhöhtem Risiko, sondern auch als Chancen, um langfristigen Wert für unsere Kundinnen und Kunden zu generieren. Der Erfolg hängt von einem ausgeprägten Risikobewusstsein, dem disziplinierten Eingehen von Risiken und der Überzeugung ab, dann zu handeln, wenn sich Chancen bieten.
F: Wie haben sich die Bedürfnisse und Erwartungen der Anlegerinnen und Anleger im Laufe der Jahre verändert? Was ist Ihrer Meinung nach entscheidend für die Stärkung der Kundenbindung und das Folgegeschäft?
A: Ein professioneller Kundenservice ist von entscheidender Bedeutung und ist in den letzten Jahren noch wichtiger geworden. Eine offene, transparente, zeitnahe und konsistente Kommunikation, gestützt auf fundierten Analysen, ist unerlässlich, um Vertrauen aufzubauen und zu festigen.
Zwar legen die Kundinnen und Kunden nach wie vor grossen Wert auf eine starke Performance und wettbewerbsfähige Gebühren, doch haben sich ihre Erwartungen weiterentwickelt. Die Anforderungen an die Berichterstattung sind insbesondere in Bereichen wie der Nachhaltigkeit anspruchsvoller geworden. Daher müssen wir in der Lage sein, ein breiteres Spektrum an Kundenbedürfnissen abzudecken. Dabei profitieren wir von unserer umfassenden internen Expertise im Bereich Nachhaltigkeit. Sie ermöglicht uns, die Kundenanforderungen konsequent und effektiv zu erfüllen.
Gleichzeitig sind wir bestrebt, Anlegerinnen und Anlegern, die nach wie vor weitgehend auf passive Lösungen setzen, den Wert von aktivem Management aufzuzeigen. Dass es uns zunehmend gelingt, diese Anlegerinnen und Anleger zu gewinnen, zeugt von ihrem Vertrauen in unsere Expertise, unseren disziplinierten Prozess und unsere langfristigen Ergebnisse.
Wir betrachten den Kundenservice als ein Kernelement unseres Leistungsversprechens. Vertrauen, Transparenz, Reaktionsfähigkeit und die Verpflichtung, die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden zu erfüllen, sind die Grundlagen für dauerhafte Beziehungen.
F: Wie hat sich die Emissionstätigkeit an Ihrem Markt über die Jahre entwickelt, und welche Trends sind aktuell besonders prägend?
A: Der Markt für CHF-Unternehmensanleihen hat mehrere unterschiedliche Phasen durchlaufen. Nach der Finanzkrise wuchs der Markt sowohl hinsichtlich des Volumens als auch der Anzahl der Emittenten erheblich. Ursache dafür war, dass die Unternehmen ihre Finanzierungsquellen diversifizieren mussten, weil die traditionelleFinanzierung durch Banken schwieriger wurde.
In Zeiten extrem tiefer und negativer Zinsen sowie in Phasen mit Marktstress dominierten in der Regel eher inländische Emittenten das Geschehen am Primärmarkt. In jüngster Zeit sind jedoch wieder vermehrt internationale Emittenten an den Markt für CHF-Anleihen zurückgekehrt. In diesem Jahr haben zum Beispiel auch die Hyperscaler Alphabet und Amazon3 Anleihen in Schweizer Franken begeben. Aber auch andere grosse Emittenten wie Novo Nordisk, L’Oréal und Mondelez3 brachten Anleihen in mehreren Tranchen auf den Markt, welche auf grosse Nachfrage bei den Anlegerinnen Anlegern stiessen.
„Vertrauen, Transparenz, Reaktionsfähigkeit und die Verpflichtung, die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden zu erfüllen, sind die Grundlagen für dauerhafte Beziehungen.“
– Markus Thöny, Head of Swiss Fixed Income
Ausgehend von den aktuellen Emissionstrends ist 2026 auf dem besten Weg, ein Rekordjahr für das Primärmarktvolumen am Schweizer Kapitalmarkt zu werden. Zugleich ist eine anhaltende robuste Nachfrage nach Schweizer Anleihen zu beobachten, die das grosse Angebot am Primärmarkt absorbiert. Besonders stark sind aktuell die Mittelzuflüsse in Unternehmensanleihen.
Das Segment der CHF-Anleihen mit Ratings unter Investment-Grade schrumpft dagegen stetig weiter. Dies unterstreicht die insgesamt hohe Bonität des Marktes für CHF-Unternehmensanleihen. Die Emittenten weisen nach wie vor überwiegend eine hohe Qualität und ein aussergewöhnlich tiefes Ausfallrisiko auf. Deshalb werden CHF-Unternehmensanleihen zu einem attraktiven Anlageuniversum für Kreditanlegerinnen und -anleger, die ein gutes Risiko-Rendite-Profil anstreben.
F: Welche Risiken und Marktentwicklungen verfolgen Sie aktuell besonders aufmerksam?
A: Aktuell orten wir die grössten Risiken in den geopolitischen Entwicklungen und deren möglichen Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum, die Inflation und die Beschäftigung.
Angesichts des gegenwärtigen globalen Umfelds erscheint uns der vorherrschende Marktoptimismus mit Blick auf die Risiken am Horizont eher etwas übertrieben. Wir sind daher aktuell etwas vorsichtiger positioniert als in der Vergangenheit.
Auch wenn wir derzeit eine vorsichtige Haltung einnehmen, scheuen wir Risiken nicht grundsätzlich, sondern gehen sie selektiv dort ein, wo wir attraktive Opportunitäten erkennen. Diese Haltung widerspiegelt den disziplinierten, risikobewussten Anlageansatz in einem Umfeld, in dem die Unsicherheit nach wie vor hoch und das Verhältnis zwischen Risiken und Chancen weniger eindeutig geworden ist.
F: Welche Themen werden die Entwicklung Ihres Marktes in den kommenden Jahren Ihrer Einschätzung nach massgeblich bestimmen?
A: Unser vorrangiges Ziel bleibt klar: Wir wollen die Benchmark langfristig übertreffen. Zwar sind die Gesamtrenditen aufgrund der nach wie vor tiefen Zinsen relativ bescheiden, doch sehen wir weiterhin Wert in der Vergütung für das Kreditrisiko. Daher halten wir an unserer Übergewichtung in Unternehmensanleihen fest.
Im aktuellen Umfeld sind sie auch deshalb besonders attraktiv, weil sie in der Regel ein geringeres Zinsrisiko aufweisen als Staatsanleihen.
Gleichzeitig bleibt die Volatilität am CHF-Kreditmarkt aussergewöhnlich tief. Damit ist der Carry die wichtigste Renditequelle. Wie immer bei Carry-Strategien ist eine gründliche Kreditanalyse von entscheidender Bedeutung. Um attraktive Renditen zu erzielen, sind ein fundiertes Verständnis der Emittenten, eine sorgfältige Risikoselektion und eine kontinuierliche Überwachung der zugrunde liegenden Fundamentaldaten erforderlich.
Sollte die Marktvolatilität wieder zunehmen, gilt es, die daraus resultierenden neuen Chancen zu nutzen. Letztendlich lässt sich eine nachhaltige Mehrrendite nur durch fundierte und risikobewusste aktive Anlageentscheide erreichen. Anlegerinnen und Anleger mit spezifischem Knowhow , die entschlossen und selektiv handeln, sind am besten positioniert, um langfristig eine Outperformance zu erzielen.
Erfahren Sie mehr über unsere Swiss Franc Credit Bond Strategie
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[1] Die angestrebte Performance ist eine Schätzung der zukünftigen Wertentwicklung auf Basis der aktuellen Marktbedingungen und kein präziser Indikator. Die Höhe der Erträge hängt davon ab, wie sich der Markt entwickelt und wie lange das Produkt gehalten wird.
[2] Die Wertentwicklung in der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse.
[3] Ein Hinweis auf ein bestimmtes Unternehmen oder Wertpapier stellt keine Empfehlung zum Kauf, Verkauf, Halten oder für eine Direktinvestition in das Unternehmen oder die Wertpapiere dar.
Wichtige Hinweise.
Nur für professionelle Anlegerinnen und Anleger
Dieses Dokument ist eine Unternehmensmitteilung und richtet sich ausschliesslich an professionelle Anlegerinnen und Anleger.
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