Ein frischer Wind

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Ein frischer Wind

Arnaud Langlois - Portfolio Manager

Arnaud Langlois

Portfolio Manager

Weltweit haben Regierungen umfassende Massnahmen zur Senkung der Schadstoffemissionen getroffen. Die Folgen, die sich daraus ergeben, sind vielfach unklar und nicht richtig eingepreist. Dadurch eröffnen sich neue Anlagemöglichkeiten.

Im Oktober 2018 leitete die Weltgesundheitsbehörde WHO eine neue Kampagne ein, um Regierungen und Interessengruppen weltweit zu Massnahmen gegen die Luftverschmutzung zu drängen. 4,2 Millionen Menschen sterben jährlich an den Folgen der Luftverschmutzung. 91% der Weltbevölkerung leben an Orten, deren Luftqualität die WHO-Richtwerte unterschreitet. In Europa wurden die aufgrund von frühzeitigen Todesfällen oder Erkrankungen entstehenden Kosten der Luftverschmutzung auf jährlich 1,6 Billionen US-Dollar geschätzt.

Die Regierungen der meisten Industrieländer haben bereits umfangreiche Vorschriften erlassen und Massnahmen zur Senkung der Schadstoffemissionen eingeleitet. Durch das entschlossene Vorgehen der Behörden gegen die Grundursachen der Luftverschmutzung wird es in vielen Branchen unweigerlich Gewinner und Verlierer geben.

Die EU ist weltweit Vorreiter in puncto Emissionsstandards für leichte und schwere Nutzfahrzeuge.

Die grössten Auswirkungen auf die Weltwirtschaft werden die drei folgenden regulatorischen Initiativen haben: die Abgasgesetzgebung der EU für leichte und schwere Nutzfahrzeuge, die Senkung des Schwefelgehalts in Kraftstoffen durch die Internationale Seeschifffahrts-Organisation 2020 (IMO 2020) und die Blue-Sky-Initiative Chinas. 

Die EU ist weltweit Vorreiter in puncto Emissionsstandards für leichte und schwere
Nutzfahrzeuge. Von der umfassenden Verschärfung der Regulierung in den nächsten Jahren dürften insbesondere Hersteller von Pkw- und Lkw-Katalysatoren profitieren. Der Anteil der Fahrzeuge mit Dieselmotoren nimmt zugunsten von Benzin- und Elektrofahrzeugen ab. Doch der Markt misst dem Geschäft mit leichten Dieselnutzfahrzeugen so gut wie keinen Wert bei und ignoriert das Wertpotenzial, das sich im forschungs- und entwicklungsgestützten Brennstoffzellen- und Kathodenmaterialgeschäft verbirgt, grösstenteils.

Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (International Maritime Organization, IMO) entschied 2008, dass der maximal zulässige Schwefelgehalt in Schiffskraftstoffen ab 1. Januar 2020 von 3,5% auf 0,5% gesenkt werden soll. Die Senkung des Grenzwerts wird sich auf eine Vielzahl von Sektoren auswirken und relativ klare Folgen für Anlagen haben. Viele davon werden aber erst noch zum Tragen kommen.

Durch das entschlossene Vorgehen der Behörden gegen die Grundursachen der Luftverschmutzung wird es in vielen Branchen unweigerlich Gewinner und Verlierer geben.

Für Raffinerien wird IMO 2020 grundlegende Veränderungen mit sich bringen. Die Schifffahrtsgesellschaften werden höchstwahrscheinlich von Schweröl mit hohem Schwefelgehalt (High Sulphur Fuel Oil, HSFO) auf Diesel umsteigen. Dadurch werden die HSFO-Preise sinken und die Dieselpreise angesichts der begrenzten verfügbaren Produktionskapazitäten steigen. Komplexe Raffinerien, die den Wechsel verkraften können und über reichliche Dieselkapazitäten verfügen, dürften davon profitieren. Der Abschlag von Schweröl gegenüber Leichtöl dürfte sich in der Folge ebenfalls erhöhen. 
 
Voraussichtlich werden die Betriebskosten in der Schifffahrtsbranche erheblich steigen. Diese wird die gestiegenen Kosten an die Kunden weitergeben müssen, was wiederum einige Auswirkungen auf die Rohstoffpreise haben wird. Hinzu kommt, dass der Markt für Flugkraftstoff sich verengen wird. Folglich werden auch Fluggesellschaften von negativen Auswirkungen betroffen sein, bei denen die Weitergabe der Kosten weniger mechanisch erfolgt. 
 
Im Juli 2018 verabschiedete der chinesische Staatsrat seine neue Umweltinitiative Blue Sky 2018-20. Damit wurde der Plan zur Bekämpfung der Luftverschmutzung auf 82 Städte im Land erweitert, auf die 37% der chinesischen Bevölkerung und etwa 40% des chinesischen BIP entfallen. Die umfassende Initiative baut auf einer Reihe von Massnahmen auf, die seit 2017 in mehreren Branchen und Städten umgesetzt wurden. Unter anderem zählen dazu ein landesweites Preissystem für Kohlenstoffemissionen und Wasserverschmutzung sowie die Entwicklung eines umweltverträglichen Verkehrssystems.
 
Beobachter aus dem Westen sollten keinen Zweifel hegen, dass China sich zum Vorreiter auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien und umweltverträglichen Technologien entwickeln wird. Bereits heute ist China der weltweit grösste Markt für sogenannte NEVs (New Energy Vehicles, also aufladbare Hybridfahrzeuge, batterieelektrische Fahrzeuge, Elektrofahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb). Bis 2020 soll deren Marktanteil 12% betragen.
 
Angesichts der umfassenden Berichterstattung in den Medien ist das Thema Luftverschmutzung stärker ins Bewusstsein der Anleger gerückt. Über die damit verbundenen Risiken und Chancen ist hingegen nur wenig bekannt, was sich in den Bewertungen niederschlagen könnte.

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