Der Weg zur erneuerbaren Energie

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Der Weg zur erneuerbaren Energie

Das Wachstum erneuerbarer und klimaneutraler Energiequellen trägt deutlich zum Klimaschutz bei. Dennoch sind beachtliche Kapitalflüsse nötig, um die Investitionen in erneuerbare Energieträger zu beschleunigen.

Die Internationale Organisation für erneuerbare Energien (IRENA) belegte vor kurzer Zeit, wie wichtig die Erzeugung erneuerbarer Energie im Kampf gegen den Klimawandel ist. Dem Bericht zufolge könnten mit sauberer Energie 90% der mit der Stromerzeugung verbundenen Emissionsreduktionen erzielt werden, die zur Erfüllung der Vorgaben des Abkommens von Paris erforderlich sind.

Die Energiegewinnung und den Energieverbrauch mehr als 65% der Treibhausgase entfallen.

Im Abkommen von Paris aus dem Jahr 2015 haben sich die teilnehmenden Staaten das globale Ziel gesetzt, die Erderwärmung im nächsten Jahrhundert auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen. Der Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change bzw. IPCC) schlussfolgerte 2018 in seinem Sonderbericht, dass eine Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius „eine schnelle und umfassende“ Umstellung auf der Ebene der Land-, Energie-, Industrie-, Bau-, Verkehrs- und Stadtsysteme erfordere. Da auf die Energiegewinnung und den Energieverbrauch mehr als 65% der Treibhausgase entfallen, liegt es auf der Hand, an diesem Punkt anzusetzen.

Zur Umsetzung der Vorgaben des Abkommens von Paris ist der Ersatz der fossilen Brennstoffe, mit denen seit den Siebzigerjahren mehr als 60% des Stroms erzeugt werden, durch erneuerbare und kohlendioxidarme Energiealternativen wesentlich. An dieser Front wurden bereits Fortschritte erzielt. Die Prognosen für die Zukunft sind ebenfalls vielversprechend. Bloomberg New Energy Finance (BNEF) schätzt, dass die Welt 2050 wohl rund 50% ihres Strombedarfs mit Sonnenstrahlung und Windkraft decken wird.  Doch der Weg zur nachhaltigen Energieversorgung hängt von den einzelnen Ländern ab (siehe nachfolgende Abbildung).

 

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Die von der Europäischen Kommission vorgeschlagene Klimastrategie 2050 umfasst acht verschiedene Szenarien. Die Kommission bevorzugt zwei davon, die bis zur Mitte des Jahrhunderts ein klimaneutrales Europa versprechen. Auf Wind und Sonne dürfte ein Grossteil der Stromerzeugung aus zu 87% erneuerbarer Energie entfallen.

Wenn es um erneuerbare Energie geht, weist China in vielen Bereichen den Weg. Es ist bereits der weltweit grösste Markt für Wind- und Solarenergie. 2050 sollten 46% der Gesamtenergieerzeugung auf diese beiden Techniken entfallen. Das Land strebt derzeit an, 2030 sein Kohleförder- und Emissionsmaximum zu erreichen

Indien besitzt die weltweit günstigsten neuen Wind- und Solaranlagen, so BNEF. Unter den erneuerbaren Energieträgern, mit denen bis 2050 75% des Stroms erzeugt werden sollen, dürften ebenfalls Wind und Sonne dominieren.

In den USA ersetzen billigeres Erdgas und erneuerbare Ressourcen die alternden Kohle- und Kernkraftwerke. Die grösste Volkswirtschaft der Welt ist also gut aufgestellt, 2050 die 55%-Schwelle zu erreichen.

Die erwartete Prävalenz von Windkraft und Sonnenenergie wird oft thematisiert. Aus dieser Abbildung ist ersichtlich, welche Rolle Sonne und Wind in den kommenden Jahrzehnten zulasten von Kohle und anderen fossilen Brennstoffen spielen dürften.

 

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Dies ist zum Teil auf die sinkenden Kosten der erneuerbaren Energieträger zurückzuführen. Von 2010 bis 2018 sank allein der Preis pro MW Sonnenenergie um 73%. Auch die Energiegewinnung aus Wind wurde in diesem Zeitraum um 60% billiger. Die Preise der Windkraftanlagen gingen in den letzten zehn Jahren um 30% zurück. Gleichzeitig wurde die Technologie effizienter.  

So vielversprechend der Ausblick ist, so schwierig könnte die Umstellung sein. Daten belegen, dass viele Komplikationen möglicherweise den Weg zur erneuerbaren Energie verstellen.

Der Weg zur erneuerbaren Energie hängt stark von Investitionen des Privatsektors ab.

Knapp 70% der Emissionen aus der Energiegewinnung in der EU entfielen im Jahr 2017 laut Climate Action Tracker (CAT) auf Kohlekraftwerke. Die Investitionen in erneuerbare Energie rutschten 2017 auf 49 Milliarden USD und damit auf das niedrigste Niveau seit 2006. In Grossbritannien gingen die Investitionen um 65% auf 7,6 Milliarden USD zurück, zum Teil aufgrund der auslaufenden staatlichen Förderung für Windparks an Land und Solarkraftwerke mit hoher Kapazität. CAT ist der Ansicht, dass das aktuelle Wachstum es nicht ermöglicht, fossile Brennstoffe schnell genug zu ersetzen, um die Vorgaben des Abkommens von Paris zu erfüllen.

China will das Höchstmass der Emissionen 2030 erreichen, aber die Auswirkungen dieser Entwicklung sind enorm, auch wenn die Emissionen danach abnehmen. Der Anstieg des Kohleverbrauchs führte 2017 zu rekordhohen Treibhausgasemissionen.

Der politische Pfad in den USA ist relativ klar. Präsident Trump gab seine Absicht bekannt, vollständig aus dem Abkommen von Paris auszutreten. Zudem drückt er immer wieder seine Skepsis bezüglich des Klimawandels aus.

Der Weg zur erneuerbaren Energie hängt stark von Investitionen des Privatsektors ab. Mehr als 90% der weltweiten Investitionen in erneuerbare Energie stammen den Informationen von IRENA zufolge bereits aus der Privatwirtschaft. Die Umstellung hängt davon ab, ob diese Dynamik anhält. Allein um die Energie- und Klimaziele der EU bis 2030 umzusetzen, müsste der Privatsektor jedes Jahr zusätzlich 180 Milliarden Euro investieren.

Der Ausblick in Bezug auf das weitere Engagement der Privatwirtschaft ist optimistisch. Zwischen 2018 und 2050 sind circa 11,5 Billionen USD zum Ausbau der Stromerzeugungskapazitäten nötig. Rund 8,4 Billionen USD davon dürften auf Wind und Sonne und weitere 1,5 Billionen USD auf andere klimaneutrale Technologien wie Wasser- und Kernkraft entfallen.

Anleger interessieren sich für Projekte, die Umweltmassnahmen unterstützen. Die Nachfrage nach den entsprechenden Finanzinstrumenten steigt immer deutlicher. 2017 flossen Neuemissionen im Volumen von 155 Milliarden USD in den Green-Bond-Markt, was einem Anstieg von 78% gegenüber dem Vorjahr entspricht. 61% der 239 Emittenten aus 37 Ländern begaben zum ersten Mal Umweltanleihen. Diese Anleihen, die Energieeffizienzprojekte finanzieren oder refinanzieren, stellten 2017 den grössten Anteil der mit der Energiegewinnung verbundenen Emissionen dar. Anleger unterstützen Projekte, die den Energiesektor reformieren sollen.

Trotz zahlreicher positiver Entwicklungen ist der Weg zur erneuerbaren Energie noch lang. Der Kohlendioxidausstoss steigt. 2018 war das viertheisseste Jahr, seitdem es Aufzeichnungen gibt. Viel hängt davon ab, ob die Privatwirtschaft ausreichend Kapital zur Verfügung stellt, um rechtzeitig auf ein nachhaltigeres Modell umzusteigen.

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