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Wie begegnet LOIM der Herausforderung der Wald-bewirtschaftung?

Wie begegnet LOIM der Herausforderung der Waldbewirtschaftung?
Alina Donets - Portfolio Manager

Alina Donets

Portfolio Manager
Laura Garcia Velez - Quantitative Analyst

Laura Garcia Velez

Quantitative Analyst
Thomas Hohne-Sparborth, PhD - Head of Sustainability Research

Thomas Hohne-Sparborth, PhD

Head of Sustainability Research

 

Gut zu wissen

  • Wälder können 30% der bis 2030 erforderlichen Emissionsreduzierung ermöglichen1, erhalten aber nur 3% der klimaspezifischen Finanzierung2. Gleichzeitig geht weiter Naturkapital verloren: Von 1990 bis 2020 sind weltweit 420 Millionen Hektar Waldfläche verschwunden3 – das entspricht in etwa dem gesamten Waldbestand in den USA und Indonesien.
  • Die Natural Capital-Strategie von LOIM geht die Herausforderung der Waldbewirtschaftung mit einem mehrgleisigen Ansatz an, um die Relevanz, Glaubwürdigkeit und Qualität der forstwirtschaftlichen Ansätze von Unternehmen zu beurteilen. Die Strategie investiert in Lösungen und nutzt dabei gezielt Bewertungsinstrumente aus verschiedenen Disziplinen.
  • Diese Tools setzen unter anderem das Know-how von LOIM in den Bereichen Satellitenfotografie und maschinelles Lernen ein, um die forstwirtschaftlichen Praktiken auf Unternehmensebene zu überprüfen.
     

Das Ausmass des Problems

Es ist nahezu unmöglich, über naturpositive Entwicklungsvorhaben zu sprechen, ohne auf die Notwendigkeit zur Verbesserung der Waldbewirtschaftungspraktiken einzugehen. Denn man mag es drehen und wenden, wie man will: Die Statistiken über den globalen Waldverlust sind eine scharfe Ermahnung, dass unser stark auf Rohstoffen basierendes Wirtschaftsmodell den Planeten, die Menschheit und die Wirtschaftsleistung weltweit gefährdet.

Halten wir uns zum Beispiel Folgendes vor Augen: In den drei Jahrzehnten seit 1990 hat die Welt ungefähr 420 Millionen Hektar Wald verloren. Das entspricht in etwa der Grösse der gesamten Waldfläche in den USA und Indonesien.

Unsere Wälder bedecken fast ein Drittel der weltweiten Landfläche und beheimaten 80% der landlebenden Arten der Welt, darunter Pflanzen und Tiere, deren Vielfalt für die planetare Gesundheit unabdingbar ist. Daneben erbringen Wälder unschätzbare Ökosystemdienstleistungen. So tragen sie beispielsweise zur Regulierung des Niederschlags- und Wasserzyklus bei, reinigen die Luft, filtern unsere Wasservorräte und schützen vor Überschwemmungen und Bodenerosion.

Wälder absorbieren auch riesige Mengen an Kohlendioxid, das massgeblich zur Erderwärmung beiträgt. Das Fällen von Bäumen kann somit verheerende Auswirkungen auf den Klimawandel haben sowie die für die menschliche Gesundheit und den wirtschaftlichen Wohlstand so wichtigen Ökosystemdienstleistungen beeinträchtigen.

Im Rahmen von Bemühungen zum Schutz der Wälder verpflichteten sich an der Weltklimakonferenz COP26 mehr als 100 Staats- und Regierungschefs aus aller Welt, die Zerstörung von Wäldern bis 2030 zu stoppen und den Entwaldungstrend umzukehren. Mehr als 30 führende Finanzinstitute mit einem verwalteten Vermögen von insgesamt über USD 8,7 Bio. sind ausserdem entschlossen, im Rahmen umfassenderer Anstrengungen den globalen Wandel hin zu nachhaltiger Produktion und naturnahen Lösungen voranzutreiben und so zur Bekämpfung der Entwaldung für die Produktion von Agrarrohstoffen beizutragen. Bisher werden jedoch nur langsam Fortschritte erzielt, sodass dringender Handlungsbedarf besteht. Die Anlegergemeinschaft kann eine entscheidende Rolle spielen, indem sie Zugang zu dringend benötigtem Kapital für Innovationen und die Skalierung von Lösungen bietet.

 

Der Ansatz von LOIM

Lombard Odier Investment Managers (LOIM), ein stolzes Mitglied des Forest Investor Club, sieht das Konzept und die Umsetzung der Waldbewirtschaftung als entscheidende Faktoren für Analysen auf System-, Sektor- oder Unternehmensebene an, um festzustellen, wie gut Unternehmen für den Übergang zu einer nachhaltigen, naturpositiven Wirtschaft positioniert sind. Neben der Beurteilung der Risiken bieten Investitionen in Lösungsanbieter die Möglichkeit, die Erreichung der gesetzten naturpositiven Ziele zu beschleunigen.

Die Natural Capital-Strategie von LOIM zielt darauf ab, die regenerative Kraft der Natur zu schützen und zu nutzen. Dazu zählt auch eine sorgfältige Vorgehensweise bei der Bewertung der Waldbewirtschaftungspraktiken und -lösungen von Portfoliounternehmen. Die Waldschädigung gehört auch zu den neun Belastungsgrenzen der Erde, auf die wir uns im Rahmen unserer nachhaltigen Anlagestrategien, einschliesslich der Natural Capital-Strategie, stützen.

Neben den verschiedenen Nachhaltigkeits- und Finanzkennzahlen, welche die Strategie verwendet, beurteilen wir im Rahmen des Anlageverfahrens zudem die Leistungen der Portfoliounternehmen in Bezug auf die Waldbewirtschaftung. Dabei werden sowohl historische als auch angestrebte Performanceniveaus bei den Praktiken sowie bei den Lösungen erfasst.

Der mehrdimensionale Ansatz, mit dem die Strategie beurteilt, wie die Portfoliounternehmen in dieser Hinsicht abschneiden, lässt sich in die folgenden Schritte unterteilen.

 

Waldbewirtschaftung in der Natural Capital-Strategie
 

 

Mithilfe unserer internen Expertise beurteilen wir für jedes Portfoliounternehmen die Relevanz und die Umsetzung der Waldbewirtschaftungsansätze. Hierzu untersuchen wir die Umsatzerlöse der Unternehmen, um ihre Relevanz in Bezug auf Waldbewirtschaftungsaspekte einzuschätzen. So würde in der Regel ein angemessener Waldbewirtschaftungsansatz für Unternehmen, die sich mit der Produktion von Forstrohstoffen befassen oder bei denen Bergbauaktivitäten oder landwirtschaftliche Versorgungsketten direkte Auswirkungen auf die Landnutzung haben könnten, als wesentlich erachtet.

Nach unseren Schätzungen sind Waldbewirtschaftungsaspekte für etwa 26% der Umsatzerlöse der Unternehmen in unserer Natural Capital-Strategie von wesentlicher Bedeutung.4 Dabei berücksichtigen wir das relative Gewicht der Positionen in der Strategie, die Umsatzanteile der einzelnen Portfoliounternehmen und die Nähe der jeweiligen Vermögenswerte zu Waldgebieten.

Bei Unternehmen, bei denen Waldbewirtschaftungsaspekte gemäss der obigen Analyse als relevant angesehen werden, beurteilen wir anschliessend, ob sie einen angemessenen Ansatz dafür haben (Waldbewirtschaftungswertung (Score) in Abbildung 1).

 

Abbildung 1. Beurteilung der Waldbewirtschaftung bei einigen Portfoliounternehmen der Natural Capital-Strategie

Quelle: LO SIRSS. Daten per 28. Februar 2022
Die Grafik zeigt die beiden Komponenten der Waldbewirtschaftungskennzahl.
Wesentlichkeit (Relevanz) (0%–100%): die Relevanz von Waldbewirtschaftungsfaktoren für die Umsatzerlöse des Unternehmens.
Waldbewirtschaftungswertung (A+ bis F): umfasst eine Beurteilung der bestehenden Waldbewirtschaftungsrichtlinien des Unternehmens, seiner Fortschritte und Anzeichen für Kontroversen im Zusammenhang mit der Bodennutzung.

 

Für die Waldbewirtschaftungswertung beurteilen wir zuerst den Umfang und die Ausführlichkeit der Unternehmensrichtlinien in dieser Hinsicht. Als Zweites prüfen wir, ob das Unternehmen trotz solcher Richtlinien in Kontroversen im Zusammenhang mit Entwaldung verwickelt war. Im dritten Schritt überprüfen wir, ob Aktivitäten des Unternehmens in sensiblen, artenreichen Umgebungen stattfinden. Hierzu ziehen wir verschiedene Datenbanken von Schutz- und Waldgebieten heran. Diese drei Beurteilungen werden in der Waldbewirtschaftungswertung zusammengefasst.

 

Abbildung 2. Geowissenschaftlicher Ansatz zur Überwachung der Waldbewirtschaftung

Quelle: LOIM, März 2022. Nur zur Veranschaulichung.

 

In unserer Natural Capital-Strategie nutzen wir diese Informationen, um zu überprüfen, ob die Unternehmen, in die wir investieren, auf Basis der vorliegenden Informationen wesentliche Waldschutzstandards erfüllen, sofern diese Aspekte für die Aktivitäten des Unternehmens oder die Branche wesentlich sind.

Derzeit hängen diese Beurteilungen notgedrungen von einer Kombination aus den Offenlegungen der Unternehmen und externen Quellen ab, die möglicherweise nur eine begrenzte Detailgenauigkeit bieten. Um Lücken in der Berichterstattung zu schliessen und das Risiko unrichtiger oder unvollständiger Angaben der Unternehmen auszuschalten, arbeiten wir auf eine unabhängige Beurteilung der Waldbewirtschaftungspraktiken hin. Hierzu nutzen wir Satellitenbilder als eine von vielen geowissenschaftlichen Anwendungen im Finanzbereich. In einem von Lombard Odier gesponserten, kürzlich veröffentlichten Bericht ist dies ausführlicher beschrieben.

Mithilfe eines im Zusammenhang mit der University of Oxford entwickelten Modells auf der Basis von maschinellem Lernen versuchen wir, den Waldverlust im Zusammenhang mit bestimmten Anlagen direkt zu messen. In Zukunft kann diese Methode verwendet werden, um besser zu verstehen und zu überprüfen, ob Unternehmen Waldverluste vermeiden oder ihren Aufforstungsverpflichtungen nachkommen.

 

Abbildung 3. Satellitenbilder für ein besseres Verständnis der Waldbewirtschaftungsansätze von Unternehmen

 

Quelle: LOIM, März 2022. Nur zur Veranschaulichung.

 

Verbesserung der Waldbewirtschaftung: ein potenzieller Impuls für Anlageerträge

Die interne Expertise und die selbst entwickelten Tools von LOIM sind das Ergebnis unseres langjährigen Engagements zur Verbesserung der Waldbewirtschaftung in unseren Anlageaktivitäten. Mit ihrer Hilfe können wir uns ein klareres Bild von Risikoexponierungen machen und Bereiche mit positiven Fortschritten und Beiträgen beurteilen.

Obwohl unsere Wälder eine unverzichtbare Lösung darstellen, um den Biodiversitätsverlust zu hemmen und den Klimawandel abzumildern, nehmen Abholzung und Waldschädigung weiterhin in alarmierendem Tempo zu. Es bedarf daher mutiger Massnahmen, um einen atmenden Planeten für die jetzigen und künftigen Generationen zu erhalten.

Die Identifizierung von Unternehmen, die das Thema Waldschutz umfassend in ihre Geschäftspolitik integrieren und sich damit auch für entsprechend angepasste Lieferketten, operative Abläufe und Produktentwicklungen einsetzen, ist ein wesentlicher Schritt zur Bewältigung dieser Herausforderung. Die Gewinner dieses Wandels könnten durch vielfältige Möglichkeiten der Risikobegrenzung, durch Ertragssteigerungen und Marktanteilsgewinne noch weitere wirtschaftliche Vorteile erlangen und so die Renditeaussichten für Anleger, die in sie investieren, stärken.

Die Natural Capital-Strategie von LOIM richtet den Fokus auf rentable Unternehmen, deren Produkte und Dienstleistungen sich die regenerative Kraft der Natur zunutze machen, und strebt nach einer zunehmend umfassenderen Einbeziehung sinnvoll gestalteter und umgesetzter Ansätze zur Waldbewirtschaftung.

Lesen Sie mehr über die Nachhaltigkeitswirkung unserer Natural Capital-Strategie und klicken Sie dazu bitte auf den obigen Link zum Herunterladen.

Hier erfahren Sie mehr über unsere Natural Capital-Strategie.

 

Quellen

[1] https://racetozero.unfccc.int/heres-why-we-must-urgently-scale-up-natural-climate-solutions/

[2] https://www.conservation.org/priorities/stabilizing-our-climate-by-protecting-and-restoring-nature

[3] State of the World’s Forests 2020 (fao.org)

[4] Dieser Indikator schlägt sich nicht in einer tatsächlichen Entwaldung nieder, sondern gibt lediglich an, dass die Unternehmen Umsätze aus Bereichen erzielen, die mit Entwaldung in Zusammenhang stehende Rohstoffe verwenden oder in Gebieten angesiedelt sind, wo Wald abgeholzt werden kann.

[5]  Die „Standards on Science Based Targets for Deforestation and Emissions“ (globaler Rechnungslegungsrahmen, Richtlinien zur Bilanzierung von Treibhausgasen) empfehlen, dass die Auswirkungen von Entwaldung für 20 Jahre in den Bilanzen verbleiben.

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