Welche Auswirkungen hat der Iran-Konflikt auf Materialien für die Energiewende?

Laurent Joué  - Head of Systematic Alternatives and Lead Portfolio Manager
Laurent Joué
Head of Systematic Alternatives and Lead Portfolio Manager
Marc Pellaud, PhD - Lead Portfolio Manager
Marc Pellaud, PhD
Lead Portfolio Manager
Welche Auswirkungen hat der Iran-Konflikt auf Materialien für die Energiewende?

Kernpunkte.

  • Der Iran-Konflikt wirkt sich nicht nur auf fossile Brennstoffe, sondern zunehmend auf alle Rohstoffmärkte negativ aus, auch auf Materialien für die Energiewende 
  • Rund 50% der weltweiten Schwefelexporte1 passieren gewöhnlich die Strasse von Hormus. Schwefel ist einer der Hauptbestandteile von Schwefelsäure, die bei der Kupfer-, Nickel- und Zinkraffination zum Einsatz kommt
  • Unabhängig davon, wie lange der Konflikt dauert, dürften Übergangsmaterialien danach gefragt sein, weil Länder ihre strategischen Reserven erhöhen.

Durch den Iran-Konflikt und die faktische Blockade der Strasse von Hormus ist das Thema Energiesicherheit mit Vehemenz wieder in den weltweiten Fokus gerückt. Zunächst standen Öl und Gas im Mittelpunkt, doch der Konflikt trifft nicht nur fossile Brennstoffe. Die Störungen der Lieferketten belasten auch einige andere Rohstoffe, darunter Materialien, die für die Energie- und die Technologiewende unverzichtbar sind. 

Solange die geopolitische Krise nicht beigelegt ist, dürfte die kurzfristige Volatilität an den Rohstoffmärkten anhalten. Langfristig dürfte sich der Konflikt auf Übergangsmaterialien unseres Erachtens jedoch mit ziemlicher Sicherheit positiv auswirken, weil er ihren strategischen Wert unterstreicht.

Ein kurzer Konflikt würde eng begrenzte, kurzfristige Folgen haben

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts prognostiziert US-Präsident Donald Trump weiterhin, dass der Krieg wohl keine langfristigen Auswirkungen haben wird. Falls er recht hat, könnte das Öl- und Gasangebot auf den Märkten ein bis zwei Quartale lang knapp bleiben. Dies würde kurzfristig hohe Preise unterstützen, bevor sich die Lage nach und nach normalisiert. Sofern keine anderen Faktoren ins Spiel kommen, könnten die Preise schliesslich wieder auf ihre früheren Niveaus sinken. Sie könnten sich aber auch etwas höher einpendeln, insbesondere wenn Importeure von fossilen Brennstoffen wie Europa und China mehr kaufen, um ihre strategischen Reserven wiederaufzubauen.
 

Lesen Sie auch: Trotz Unruhe durch iranischen Ölschock Signale erkennen

Ein längerer Krieg würde Auswirkungen auf ein breiteres Spektrum an Rohstoffen haben

Sollte sich der Konflikt jedoch zu einem langwierigen Krieg entwickeln, könnten die Auswirkungen das gesamte Spektrum an Rohstoffen treffen. Die geringeren globalen Öl- und Gaslieferungen würden weiterhin die Schlagzeilen beherrschen, aber die Folgen für die Lieferketten mehrerer wichtiger Rohstoffe würden zunehmend problematisch werden. 

Neben einem Drittel der weltweiten Düngemitteltransporte passieren auch bis zu 50% der globalen Schwefelexporte die Strasse von Hormus.1 Schwefel ist unentbehrlich, um Schwefelsäure herzustellen, die nicht nur ein wichtiger Ausgangsstoff für die Produktion von Düngemitteln ist. Sie wird auch für die Raffination von Metallen wie Kupfer, Nickel und Zink benötigt, die für die Energiewende unverzichtbar sind. 

Beschränkungen der Transporte durch die Meerenge würden sich daher spürbar auf die Versorgung auswirken. Die Produktionskosten zahlreicher Arten von Rohstoffen würden steigen und dadurch auch die Marktpreise.

Das Szenario für Edelmetalle ist komplexer

Während die Preise für Übergangsmetalle unter Aufwärtsdruck geraten würden, könnte das Umfeld für Edelmetalle, insbesondere für Gold, durchzogener sein. Entgegen seinem Status als Zufluchtsanlage verzeichnete Gold Mitte März den grössten Wochenverlust seit Jahrzehnten und notierte 20% unter dem Hochstand von Ende Januar.2 Angesichts der anhaltenden Nachfrage aufgrund von Zufluchtskäufen dürfte es sich eher um eine zeitweilige Korrektur als um eine generelle Trendwende handeln. Höhere Zinserwartungen und ein stärkerer US-Dollar würden die Entwicklung der Goldpreise jedoch dämpfen.
 

Der Preis für fossile Brennstoffe bleibt das wichtigste Barometer

Zwar könnten zahlreiche Rohstoffe die Folgen des Konflikts zu spüren bekommen, doch eine wichtige Variable sind die Preise fossiler Energieträger. Diese müssen die Anlegerinnen und Anleger weiterhin genau im Auge behalten. Die Ölpreise weisen seit dem Ausbruch der Krise eine erhebliche Volatilität auf. So stieg der Preis für Brent-Rohöl nach durchzogenen Meldungen zu Verhandlungen über USD 120 pro Barrel, sank im Anschluss aber wieder.2 Aktuell betrachten wir diese kurzfristige Volatilität als ein Risiko, das abzusichern ist. Diese Einschätzung könnte sich jedoch ändern, falls der Konflikt länger andauert oder an Intensität zunimmt.

Eine globale Rezession ist aktuell nicht das wahrscheinlichste Szenario. Sollten die Ölpreise über längere Zeit erhöht bleiben, nimmt die Rezessionsgefahr jedoch automatisch und zwangsläufig zu. Wo genau sich dieses Niveau befindet, ist schwierig zu beurteilen. Analysen von Oxford Economics deuten aber darauf hin, dass Teile der Weltwirtschaft tatsächlich in eine Rezession abrutschen könnten. Das könnte dann passieren, wenn die Ölpreise auf USD 140 pro Barrel steigen und mehr als zwei Monate auf diesem Niveau bleiben sollten.3

Auf lange Sicht Aufwärtspotenzial für Übergangsmaterialien erwartet

Unabhängig von der Dauer des Konflikts dürften Übergangsmaterialien letzten Endes profitieren, sobald sich die geopolitische Lage entspannt. Im Jahr 2022 löste die russische Invasion der Ukraine nicht nur Erschütterungen an den Öl- und Gasmärkten aus. Sie rückte auch das Thema Energiesicherheit stärker in den Blickpunkt von Regierungen. Die Lage im Nahen Osten verdeutlicht die Notwendigkeit einer diversifizierten Energieversorgung zusätzlich. Erneuerbare Energien und die Elektrifizierung werden davon beinahe zwangsläufig profitieren.

Die Preise für Übergangsmaterialien dürften steigen, wenn grosse Volkswirtschaften versuchen, ihre strategischen Reserven zu erhöhen. Dies dürfte die Anlageklasse und das Thema unseres Erachtens unterstützen und zu einem positiven Ausblick führen. Wir behalten unsere positive langfristige Einschätzung für unsere „Transition Materials“-Strategie daher bei, insbesondere zur Diversifikation abseits von Öl und Gas.

Mehr über unsere „Transition Materials“-Rohstoffstrategie erfahren Sie hier.
Quellen anzeigen.
+
1 Milewski, A. „Strait of Hormuz is chokepoint for sulphuric acid and critical metal processing.“ Erschienen in Investor News am 27. März 2026.
2 LOIM, Bloomberg, Stand: März 2026.
3 „Iran war scenarios: The oil price that breaks parts of the economy.“ Veröffentlicht von Oxford Economics am 13. März 2026.
 

Wichtige Hinweise.

Nur für professionelle Anlegerinnen und Anleger
Dieses Dokument ist eine Unternehmensmitteilung und richtet sich ausschliesslich an professionelle Anlegerinnen und Anleger. 
Dieses Dokument ist eine Unternehmensmitteilung, die sich ausschliesslich an professionelle Anlegerinnen und Anleger richtet. Es ist keine Marketingmitteilung, die sich auf einen Fonds, ein Anlageprodukt oder Anlagedienstleistungen in Ihrem Land bezieht. Dieses Dokument versteht sich weder als Beratung in Anlage-, Steuer-, Rechnungslegungs- oder Rechtsfragen noch als professionelle Beratung.

Mehr lesen.

Nachrichten.

Kontaktieren Sie uns.

Bitte geben Sie Ihren Vornamen ein.

Bitte geben Sie Ihren Nachnamen ein.

Bitte geben Sie den Namen Ihres Unternehmens ein.

Bitte geben Sie Ihre Berufsbezeichnung ein.

Bitte geben Sie eine gültige Firmen-E-Mail-Adresse ein.

Bitte geben Sie Ihre Nachricht ein.


Ihre Informationen werden gemäß unserer Datenschutzerklärung verwendet.

teilen.