China führt die Umstellung auf eine digitale Währung an

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China führt die Umstellung auf eine digitale Währung an

Christian Vondenbusch - Portfolio Manager

Christian Vondenbusch

Portfolio Manager

Unsere Welt befindet sich im Wandel hin zu einer völlig bargeldlosen Gesellschaft. Unseres Erachtens ist digitales Zentralbankgeld (DZBG) der logische nächste Schritt im Zuge der Digitalisierung des Geldes und China hat dabei aktuell eine Vorreiterrolle inne.

DZBG ist ein äussert sicheres elektronisches Zahlungsmittel, das von einer Zentralbank geschaffen und gedeckt wird. Es stellt eine direkte Forderung gegenüber der Zentralbank dar und würde in einer von der Zentralbank oder der Regierung betreuten Datenbank gehalten. In dieser Datenbank würde erfasst, über wie viel Geld jeder Kontoinhaber – sei es ein Unternehmen oder eine Einzelperson – verfügt. Etwa 80 % der 66 Zentralbanken arbeiten momentan an DZBG.

DZBG würde den Zentralbanken die Kontrolle über die in einer Währung im Umlauf befindliche Geldmenge verschaffen und die Stabilität des Finanz- und Zahlungssystems insgesamt gewährleisten. Ausserdem könnte es Regierungen bei der Verhinderung illegaler Tätigkeiten und Steuervermeidung unterstützen, da die Zentralbanken nachvollziehen können, wo genau sich jede einzelne Geldeinheit in ihrer Währung befindet.

Vorteile von DZBG im Vergleich zum derzeitigen System sind: Effizienz, zeitnahe Abwicklung, Sicherheit und Verlässlichkeit. Ausserdem kann durch DZBG die finanzielle Inklusion vorangetrieben werden, indem jeder Bürgerin und jedem Bürger Zugang zu einem kostenfreien oder günstigen Basiskonto bei der Zentralbank gewährt wird. Ebenso könnten grenzüberschreitende Zahlungen sehr viel effizienter abgewickelt werden.

Während es wahrscheinlich einige Zeit dauern wird, bis die westlichen Länder Digitalwährungen einführen, wird das Konzept in vier grossen chinesischen Städten bereits in der Praxis ausprobiert. Seit April 2020 läuft das Digital Currency Electronic Payment (DCEP)-Projekt, mit dem die neue Digitalwährung in Shenzhen, Suzhou, Xiong’an und Chengdu getestet wird. Die Chinesische Volksbank (PBC) verkündete, dass die Digitalwährung bis zu den olympischen Winterspielen 2022 in Peking einsatzbereit sein könnte.

Der digitale Yuan wird von der chinesischen Regierung ausgegeben und gedeckt und mittels einer App in einer digitalen Geldbörse und nicht auf einem Bankkonto verwahrt. Mithilfe ihrer digitalen Geldbörse werden Nutzer in der Lage sein, ihre alltäglichen Geschäfte zu tätigen, z.B. Waren zu bezahlen, Geld an andere zu senden und von anderen zu erhalten oder an Geldautomaten Überweisungen vorzunehmen. Das bedeutet, dass der digitale Yuan zum liquidesten Teil des Geldbestandes, auch bekannt als Geldmenge M0, gehören und damit die in der Volkswirtschaft im Umlauf befindlichen Münzen und Scheine teilweise ersetzen wird.

Die verschiedenen Länder steigen unterschiedlich schnell auf digitale Zahlungsmethoden um. Aufgrund ihrer alltäglichen Verwendung sind Barzahlungen in der Gesellschaft tief verwurzelt. Aus diesem Grund geht der Übergang zu digitalen Zahlungsmethoden möglicherweise nur in sehr kleinen Schritten voran, auch wenn die technologische Infrastruktur bereits vorhanden ist. In China, wo es keine herkömmliche Infrastruktur gibt, und die Bevölkerung äusserst technologieaffin ist, haben mobile Zahlungsvorgänge innerhalb der letzten zehn Jahre rasant zugenommen, weswegen der Marktdurchdringungsgrad von digitalen Zahlungen unter den weltweit höchsten ist. Da China bereits bei mobilen Zahlvorgängen Vorreiter ist, gehen wir davon aus, dass das Land auch bei DZBG Massstäbe setzen wird.

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