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    Mit Naturkapital in eine bessere Zukunft investieren

    Mit Naturkapital in eine bessere Zukunft investieren

     

    Während der COP26 betonten Seine Königliche Hoheit, der Prince of Wales, sowie die Gründungsmitglieder der Natural Capital Investment Alliance (NCIA) – einschliesslich Lombard Odier – die ökologische und ökonomische Notwendigkeit umfangreicher Investitionen in die Natur. Zudem zeigten sie auf, inwiefern die dringend benötigten Lösungen zukunftsorientierten Investoren Anlagechancen bieten.

     

    Gut zu wissen

    • Die Zeit läuft gegen die Menschheit, denn der Schaden welcher der Natur zugefügt wird, kann bald nicht mehr abgewendet werden.
    • Der Artenverlust und die Destabilisierung des Klimas bedeuten enorme und wachsende Risiken für Unternehmen. 
    • Wir verfügen über die Technologie und das Wissen, um unsere Wirtschaft umzugestalten – doch wir müssen den Willen und die Weisheit aufbringen, um es zu schaffen.

     

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    Aufbau einer naturfreundlichen Wirtschaft

    Lombard Odier lud zu einer Veranstaltung der NCIA und der Circular Bioeconomy Alliance zum Thema „Investing in Nature at Scale“ (In grossem Rahmen in die Natur investieren) ein, deren Gastgeber das Terra Carta Action Forum Seiner Königlichen Hoheit, des Prince of Wales, war.

    Die vierte der Zero-Hour Sessions von LOIM im Rahmen der COP26 in Glasgow brachte führende Vertreter aus der Welt der Anleger, Unternehmer, Regierungsvertreter und Wissenschaftler zusammen. So sollten Kontakte zwischen Anlegern, investitionsfähigen, zirkulären, bioökonomischen Lösungen und Anlagemöglichkeiten im Bereich Naturkapital geschaffen werden, um den Pfad hin zu einer von Wohlstand und Inklusivität geprägten, kohlenstofffreien und naturfreundlichen Wirtschaft aufzuzeigen.

    Hubert Keller, Senior Managing Partner bei Lombard Odier, lobte den Einsatz des Prince of Wales, mit dem Ziel, das Ausmass der Herausforderung und die dringend notwendigen Massnahmen sowie die Rolle, die der Finanzsektor bei der Entwicklung von Lösungen spielen kann, aufzuzeigen. Keller machte deutlich, wie sich das Zeitfenster, in dem der Schaden, den die Menschheit der Natur zufügt, abgewendet werden kann, rapide schliesst. Zudem erklärte er, dass immer mehr Argumente für umfangreiche Investitionen in die Natur sprechen.

    „Anleger und Vermögensinhaber nehmen sehr genau wahr, dass wir dieser Naturkrise nicht entkommen können. Die Zukunft des wirtschaftlichen Wohlstands steht auf dem Spiel. 50% des weltweiten BIP hängen von der Natur ab, und wenn sich ihr Zustand durch uns weiterhin verschlechtert, zerstören wir damit im Grunde unseren produktivsten Vermögenswert“, so Keller.

     

    Das bedeutet, dass wir weitere globale Grenzen überwinden müssen, um beispielsweise die Entwaldung zu stoppen und dem Verlust der biologischen Vielfalt vorzubeugen.

    Konkret zwingt das Konzept der Portfolioanpassung die Unternehmen dazu, volle Verantwortung für Umweltprobleme in ihren Betrieben und ihrer Lieferkette zu übernehmen. Die Unternehmen müssen ihre Geschäftsmodelle so anpassen, dass sie ihre Ressourcen wesentlich effizienter nutzen. All dies wird durch die Nachfrage der Verbraucher nach nachhaltigeren Produkten noch verstärkt", fuhr er fort.

    Weiter erläuterte Hubert Keller, wie neue Technologien und Lösungen das wahre Potenzial der zirkulären Bioökonomie freisetzen, wodurch rasch neue Investitionsmöglichkeiten entstehen.

    „Heute macht die zirkuläre Bioökonomie etwa 6% oder 7% unserer Wirtschaft aus. Sie hat das Potenzial, auf bis zu 30% zu steigen. Dies stellt eine enorme Wachstumschance für Unternehmen dar und schafft eine exzellente Investitionsmöglichkeit.

    Wir sind auch begeistert von den naturbasierten Investitionsmöglichkeiten, die sich aus dem Wachstum des Kohlenstoffmarktes ergeben. Dieser Markt erhält Auftrieb durch die Netto-Null-Verpflichtungen, die viele Unternehmen eingehen. Der freiwillige Kohlenstoffmarkt könnte bis 2030 ein Volumen von 200 Milliarden US-Dollar erreichen. Wenn der Kohlenstoffmarkt so reift, wie wir es prognostizieren, wird er auch dazu beitragen, die nächsten grünen Supermächte in der südlichen Hemisphäre hervorzubringen.

    Das Kapital, das in den Startlöchern wartet, die überzeugenden Argumente für das Investieren von Kapital in grossem Umfang in die Natur und die Notwendigkeit, die Volkswirtschaften der südlichen Hemisphäre mit ins Boot zu holen: Wenn es uns gelingt, diese Punkte miteinander zu verbinden, werden wir den Übergang zu einer Netto-Null-Wirtschaft, zu einer naturfreundlichen Wirtschaft, schaffen und echten wirtschaftlichen Fortschritt für die Volkswirtschaften der südlichen Hemisphäre erreichen, und zwar so, dass die Gemeinschaften vor Ort mit einbezogen werden“, sagte er.

     

    Orientierung der Märkte an der Natur

    Nathalie Seddon, Professorin für Biodiversität an der Universität Oxford und Direktorin der Nature-based Solutions Initiative, erläuterte, wie die Destabilisierung des Klimas erhebliche Risiken für Unternehmen mit sich bringt.

    „Die Wissenschaft ist da recht eindeutig – der Klimawandel und der Verlust an Biodiversität gefährden die Entwicklungsfortschritte, die in den letzten beiden Jahrhunderten erzielt wurden,“ so Seddon.

    „Mehr als die Hälfte des weltweiten BIP ist abhängig von Gesundheit und funktionierenden Ökosystemen. Dennoch entwickeln wir uns weiter, als habe die Natur überhaupt keinen Wert. In der Folge steuern wir geradewegs auf die Erderwärmung um 2°C bis zum Ende dieses Jahrhunderts und das Verschwinden von 1 Million Arten von unserem Planeten zu.

    Der Artenverlust und die Destabilisierung des Klimas bringen enorme und weiter wachsende Risiken für Unternehmen mit sich. Zudem impliziert dies Reputations- und Regulierungsrisiken sowie weitere Risiken für die Lieferketten, die Geschäftskontinuität, die Planbarkeit und die Widerstandsfähigkeit. All dies bringt Finanz- und Marktrisiken mit sich. Es gibt jedoch eine Lösung für die Reduzierung dieser Risiken, die bereits heute im grossen Massstab verfügbar ist: Investitionen in die Natur.

    Allerdings sind diese nicht als Alternative zur Umsetzung drastischer Änderungen in unserer Nutzung fossiler Brennstoffe zu sehen. Wenn wir nicht dekarbonisieren, wird die drohende Erwärmung die Natur in eine Nettoquelle für Treibhausgase verwandeln. Es ist also keine Frage von „entweder oder“. Vielmehr geht es darum, in die Natur zu investieren, während die Nutzung fossiler Brennstoffe heruntergefahren wird,“ erklärte sie.

     

    Vorreiter beim Umdenken in der Wirtschaft

    Dr. Marc Palahí, Direktor des European Forestry Institute, erklärte, wir hätten einen Kipppunkt erreicht und müssten dringend Massnahmen zur Umstrukturierung unserer Wirtschaft ergreifen:

    „Die Klimakrise und die Biodiversitätskrise sind verschiedene Gesichter desselben Grundproblems – unseres Wirtschaftssystems. Dieses System ist nicht nur süchtig nach fossilen Brennstoffen, sondern schafft es auch nicht, unser wichtigstes Kapital – die Natur – richtig wertzuschätzen.”

    „Da wir auf einen solchen Kipppunkt zusteuern, müssen wir unsere Wirtschaftsweise überdenken, wenn wir uns die Zukunft nicht verbauen wollen. Wir müssen eine neue Denkweise für ein neues wirtschaftliches Paradigma finden. Wir verfügen über die Technologie und das Wissen, um unsere Wirtschaft umzugestalten – doch wir müssen den Willen und die Weisheit aufbringen, um dies auch zu schaffen“, sagte er.

    «Wir müssen unsere Wirtschaftsweise überdenken, wenn wir uns die Zukunft nicht verbauen wollen.»

     

    Tony O’Sullivan, Gründungsmitglied von Pollination, glaubt, dass Unternehmen im Privatsektor Wertpotenziale erschliessen können, wenn sie Pionierarbeit bei der Anpassung an eine naturfreundliche Wirtschaft leisten.

    „In der realen Welt warten die Menschen nicht, bis ihr Rechtssystem obligatorische Berichtsvorschriften erlässt, da dies dann den Eindruck erweckt, als würden sie dem Markt hinterherhinken. Wir haben Kunden, die uns bereits jetzt bitten, ihr Natur-Reporting vorzubereiten, das unter Umständen erst in fünf Jahren obligatorisch sein wird. Sie wollen Marktführer sein, da dies direkt ihre Kapitalkosten und die Art und Weise beeinflusst , wie der Markt sie beurteilt,“ so O’Sullivan weiter.

    „Wir müssen die Welt in Industrie- und Entwicklungsländer unterteilen, wenn wir uns mit Naturkapital befassen. Der Markt wird die Spätzünder in den Industrieländern bestrafen. In den Entwicklungsländern benötigen wir staatliche Unterstützung, und wir müssen Vorzugsfinanzierungen besser strukturieren.“

     

    Kongolesischer Kohlenstoff: Alles spricht für naturbasierte Lösungen

    Professor Lee White, CBE, Minister für Wälder, Meere, Umwelt und Klimawandel der Gabunischen Republik, machte deutlich, welche massiven Herausforderungen durch die Entwaldung entstanden, und wie wichtig es ist, erhebliche Kapitalbeträge in Entwicklungsländer zu investieren. 

    „Die Demokratische Republik Kongo (DRK) ist das grösste Land im Kongobecken. Die Entwaldungsrate in diesem Land stieg im vergangenen Jahrzehnt stark an. Jedes Jahr gegen 500‘000 Hektar Wald verloren. Und jeder Hektar Wald bindet rund 500 Tonnen CO2. Der verarmten Bauern in ländlichen Regionen, die die Bäume fällen, verdienen vermutlich nicht mehr als USD 500 im Jahr. Wenn der Kohlenstoff auf dem Hektar Land, das sie bewirtschaften, nur USD 10 wert wäre, würde es sich lohnen, USD 5‘000 zu zahlen, wenn sie die Bäume auf diesem Hektar nicht fällen würden“, erklärte White.

    „Wenn der Kohlenstoff auf diesen 500‘000 Hektar Wald nur USD 100 pro Hektar wert ist, fügen wir der Atmosphäre pro Jahr USD 25 Milliarden Schaden zu. Im Rahmen der COP26 gab es umfangreiche Zusagen für das Kongobecken, die für die DRK die Zahlung von USD 500 Millionen im Verlauf von fünf Jahren implizieren.

    Wenn wir dieses Problem in den tropischen Regenwäldern nicht lösen, werden wir den Kampf gegen den Klimawandel verlieren. Wir müssen einen Weg finden, wie diese Kapitalsummen in die Entwicklungsländer gelenkt und in naturbasierte Lösungen investiert werden“, schloss White.  

    Wenn jedes Jahr ein Schaden von USD 25 Milliarden für die Atmosphäre entsteht, warum investieren wir dann nicht USD 25 Milliarden in naturbasierte Lösungen in der DRK?

     

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