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    Was sind die drei wichtigsten Erkenntnisse für Anleger aus dem IPCC-Bericht?

    Was sind die drei wichtigsten Erkenntnisse für Anleger aus dem IPCC-Bericht?
    Christopher Kaminker, PhD - Group Head of Sustainable Investment Research, Strategy & Stewardship

    Christopher Kaminker, PhD

    Group Head of Sustainable Investment Research, Strategy & Stewardship
    Thomas Hohne-Sparborth, PhD - Head of Sustainability Research

    Thomas Hohne-Sparborth, PhD

    Head of Sustainability Research

     

    Gut zu wissen

    •    Der jüngste Bericht des Weltklimarats (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) ist ein Handlungsappell an Anleger – sowohl im Hinblick auf die notwendige Erhöhung der Investitionen in Klimaschutz und Klimaanpassung als auch hinsichtlich der tatsächlichen wirtschaftlichen Folgen, falls entsprechende Anpassungen und Vorbereitungen ausbleiben.
    •    Das Zeitfenster für Szenarien, in denen Klimarisiken wirksam so gesteuert werden können, dass die soziale und wirtschaftliche Entwicklung unterstützt wird, schliesst sich, und alternative Szenarien hängen weitgehend von den Ambitionen politischer Entscheidungsträger und vom Markt ab.
    •    Ähnlich wie die Welt sich an den Klimawandel anpassen muss, müssen auch die Anleger ihre Anlagestrategien abändern. Wir bei Lombard Odier haben unsere eigenen Messgrössen für den impliziten Temperaturanstieg (Implied Temperature Rise, ITR) entwickelt, die uns bei der Beurteilung helfen, ob Anlagen auf die Begrenzung der globalen Erwärmung auf das im Übereinkommen von Paris anvisierte Niveau ausgerichtet sind.

     

    Die weltweit führenden Klimawissenschaftler haben Alarm geschlagen, dass die Welt die Treibhausgasemissionen nicht schnell genug reduziert. Dies war eine der Kernbotschaften des jüngsten Berichts des Weltklimarats (IPCC), der von den Vereinten Nationen im Schatten des Kriegs in der Ukraine veröffentlicht wurde.

    Die Wissenschaftler warnen, dass manche Auswirkungen bereits unumkehrbar sind, und weisen darauf hin, dass bis zu 3,6 Milliarden Menschen heute in Regionen leben, die „stark vom Klimawandel gefährdet“ sind.

    UN-Generalsekretär Antonio Guterres nannte den Bericht einen „Atlas des menschlichen Leidens“, eine „vernichtende Anklage in Anbetracht des Versagens der Klimapolitik“ und meinte: „In diesem Bericht wird anhand einer Tatsache nach der anderen aufgezeigt, wie die Menschen und der Planet durch den Klimawandel in Mitleidenschaft gezogen werden.“

    Kurz gesagt: Die Folgen der Tatenlosigkeit in Sachen Klimawandel sind schmerzlich klar, und dasselbe gilt auch für die Notwendigkeit von Klimainvestitionen.

    Für Anleger stellt der Bericht einen Handlungsappell dar – sowohl im Hinblick auf die notwendigen Investitionen in Klimaschutz und Klimaanpassung als auch hinsichtlich der tatsächlichen wirtschaftlichen Folgen, falls entsprechende Anpassungen und Vorbereitungen ausbleiben. Hier sind also die drei wichtigsten Einsichten, die Anleger aus dem Bericht ziehen sollten:

     

    1) Investitionen in die Anpassung an den Klimawandel sind dringend erforderlich

    Angesichts der erheblichen Auswirkungen des Klimawandels selbst bei einer Erderwärmung von lediglich 1,5°C (und noch wesentlich gravierender Folgen im Falle einer darüber hinausgehenden Erwärmung) müssen Infrastruktur, Siedlungen und landwirtschaftliche Systeme dringend entsprechend vorbereitet werden.

    In vielen Regionen sind die weichen und harten Grenzen der Anpassungsfähigkeit bereits erreicht. Von harten Grenzen spricht man, wenn die Ökosysteme bereits über ihre Bewältigungskapazität hinaus strapaziert sind und sich nicht weiter anpassen können, sodass Klimaschäden unvermeidlich sind. In vielen Korallenriffen weltweit ist dies heute bereits der Fall.

    Bei weichen Grenzen liegen dagegen Umstände vor, in denen eine Anpassung immer noch möglich ist, aber durch finanzielle, institutionelle, politische oder die Governance betreffende Rahmenbedingungen behindert wird. Hier kann die Anpassungsfinanzierung noch eine entscheidende Rolle spielen.

    Bei der COP26 einigten sich die Verhandlungsführer darauf, dass das bereits bestehende Ziel von USD 100 Milliarden an Anpassungsfinanzierung bis 2025 als Mindestziel dienen würde. Im neuen IPCC-Bericht wird festgestellt, dass der tatsächliche Bedarf an Anpassungsfinanzierung höher sein dürfte als ursprünglich angenommen. Der obere Schätzwert hierfür liegt nun bei rund USD 400 Milliarden. Die Investitionen müssen daher erheblich verstärkt werden.

     

    2) Die Zeit wird knapp

    Die Herausforderung ist gross, doch es bleibt noch ein Zeitfenster, obwohl die Autoren des Berichts darauf hinweisen, dass es sich rasch schliesst. Jeder Schritt in Richtung einer Erwärmung auf 1,5°C und mehr senkt die Chancen auf klimaresistente Entwicklungspfade – das sind Szenarien, in denen die Klimarisiken wirksam so gesteuert werden können, dass die soziale und wirtschaftliche Entwicklung unterstützt wird.

    Angesichts des bestehenden Erwärmungsniveaus und der historischen Emissionen stehen uns inzwischen weniger Pfade offen, als wenn Klimaschutzmassnahmen bereits Jahrzehnte vorher umgesetzt worden wären. Noch ist jedoch ein breites Spektrum an alternativen Szenarien erreichbar – weitgehend abhängig davon, welche Ambitionen die politischen Entscheidungsträger und der Markt hegen.

    Wie bereits in anderen Berichten zuvor wird auch in diesem Bericht betont: Je höher die verfolgten Ambitionen, desto positiver werden die wirtschaftlichen und ökologischen Ergebnisse ausfallen. Solche Ambitionen müssen in erster Linie auf die Eindämmung des weiteren Klimawandels abzielen, doch Investitionen in die Anpassung müssen ein integraler Bestandteil jeder klimaresistenten Strategie sein.

    Bei Lombard Odier, haben wir unsere Überzeugung dargelegt, dass Investitionen in die Anpassungsfinanzierung eine absolute wirtschaftliche und finanzielle Notwendigkeit sind. Diese Überzeugung wollten wir in unseren Anlagestrategien wie der Climate Transition-Strategie verankern.

     

    3) Wie bereiten wir uns auf den Übergang vor?

    Ähnlich wie die Welt sich an den Klimawandel anpassen muss, müssen auch die Anleger ihre Anlagestrategien abändern. Wir bei Lombard Odier haben unsere eigenen Messgrössen für den impliziten Temperaturanstieg (Implied Temperature Rise, ITR) entwickelt, die uns bei der Beurteilung helfen, ob Anlagen auf die Begrenzung der globalen Erwärmung auf das im Übereinkommen von Paris anvisierte Niveau ausgerichtet sind.

    Unsere Messgrösse ist als einer der führenden Ansätze am Marktanerkannt , um dem Übergang eine stärker zukunftsorientierte Perspektive zu verleihen. Bei LOIM haben wir unsere ITR-Messgrössen als zentrales Instrument zur Bewertung der Emissionen und Temperaturkurven unserer Portfoliounternehmen auch in unsere „Target Net Zero“-Strategien integriert.

    Wir teilen ferner die Ansicht der Autoren des IPCC-Berichts, dass Klimawandel und Biodiversität eng miteinander verwoben sind. Unsere „Climate Transition“-Strategie ist gezielt auf Chancen ausgerichtet, die Emissionen stärker zu reduzieren und die Anpassung an den Klimawandel zu verbessern. Parallel dazu ist unsere „Natural Capital“-Strategie auf die Notwendigkeit ausgerichtet, die Natur durch die Bio-Kreislaufwirtschaft und eine effizientere Industrie zu nutzen und zu bewahren.

     

    Hier erfahren Sie mehr über unsere „Climate Transition“-Strategie.

     

    Wichtige Informationen.

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