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Nachhaltige Lösungen für Lebensmittel- verpackungen

Verpackungen für neue Ernährungssysteme
Conor Walsh, CFA - Portfolio Manager

Conor Walsh, CFA

Portfolio Manager

Der Prozess zur Ausrichtung der Ernährungssysteme an die globalen Klimaziele ist im Gange, und dies hat Auswirkungen auf zahlreiche Anlagegelegenheiten. Insbesondere bei den spezialisierten Lösungen für Lebensmittelverpackungen wurde ein Wendepunkt erreicht.

 

Gut zu wissen

  • Der Bereich Lebensmittelverpackungen muss sich weiterentwickeln. Das gegenwärtige System basiert stark auf Einwegplastik zum Schutz von Produkten und für eine längere Haltbarkeit, ist aber kohlenstoffintensiv und umweltverschmutzend.
  • Die Nachfrage nach Verpackungen dürfte sich bis 2040 fast verdoppeln. Deshalb besteht erhebliches Potenzial, um Kapital auf alternative, nachhaltige Modelle umzuschichten.
  • Es gibt bereits einige alternative Modelle, die sich in den Supermarktregalen immer stärker durchsetzen.

 

Wende bei Lebensmittelverpackungen

Wir brauchen neue Ernährungssysteme, um eine wachsende Bevölkerung zu ernähren und um unsere planetaren Belastbarkeitsgrenzen zu respektieren oder diese wiederherstellen zu können. Dieser Übergang erfordert verschiedene Transformationen in der Art und Weise, wie wir Lebensmittel produzieren, verteilen und konsumieren. Dabei entstehen neue Gewinnpools, die bis 2030 als Teil eines nachhaltigen Anlageuniversums einen globalen Markt mit einem Wert von USD 1,5 Bio. repräsentieren werden.

Unternehmen, die spezialisierte Produkte und Dienstleistungen entlang der Wertschöpfungskette anbieten, sind ein wesentliches Merkmal dieses Anlageuniversums. Insbesondere bei Anbietern von Lebensmittelverpackungen dürften sich für Anleger Gelegenheiten ergeben. Im Allgemeinen sind Verpackungsanbieter, die sich diesem Trend anpassen, darum bemüht, herkömmlichen Kunststoff durch Karton, Metall oder durch andere Formen biobasierter Kunststoffe zu ersetzen.

Derzeit kommt vor allem Einwegplastik zum Einsatz, um Produkte zu schützen und deren Haltbarkeit zu verbessern. Diese auf fossilen Brennstoffen basierenden Produkte erhöhen den CO2-Fussabdruck von Lebensmitteln und tragen zu dem immer ernsthafter werdenden Problem bei, dass Plastikabfälle in die Ozeane gelangen, den dortigen Lebensräumen Schaden zufügen und ausserdem Ökosysteme an Land verschmutzen. So schätzt die Europäische Union, dass 70% des gesamten Meeresabfalls aus Einwegplastik besteht. Ferner wurden die planetaren Grenzen im Hinblick auf die Schadstoffe, darunter Kunststoffe, laut einem internationalen Forschungsteam bereits verletzt. Diese Situation weckt allmählich die Aufmerksamkeit der Regulierungsbehörden, und ein UN-Umweltprogramm arbeitet derzeit daran, bis 2024 ein rechtsverbindliches internationales Abkommen über die negativen Auswirkungen der Kunststoffverschmutzung auf den Weg zu bringen. Die Nachfrage nach Verpackungen dürfte sich bis 2040 fast verdoppeln. Angesichts dieser Entwicklung besteht erhebliches Potenzial, um Kapital auf alternative, nachhaltige Modelle umzuschichten.

 

Alternative Modelle

Es gibt bereits einige alternative Modelle, die sich in den Supermarktregalen immer stärker durchsetzen. Biobasierte Kunststoffe werden zum Beispiel aus biologischen Ressourcen und nicht auf Basis fossiler Brennstoffe hergestellt. Diese Polymere können auch biologisch abbaubar sein und gehen mit einem geringeren CO2-Fussabdruck einher als viele herkömmliche Kunststoffe, die bei der Konservierung und Aufbewahrung von Lebensmitteln zum Einsatz kommen. Der Markt für biobasierte Kunststoffe verfügt über ein beträchtliches Wachstumspotenzial, dem aufgrund regulatorischer Einschränkungen bei der Verwendung von Kunststoffen und seitens umweltbewussterer Konsumenten Vorschub geleistet wird. Dieser Markt dürfte von USD 10,2 Mrd. im Jahr 2021 auf USD 40 Mrd. bis 2030 anwachsen.

Das niederländische Unternehmen Corbionist auf Verpackungslösungen aus erneuerbaren Materialien, darunter Bio-Kunststoffe, spezialisiert. Seine Verpackungen aus PLA (Polyactid) weisen einen um 75% geringeren CO2-Fussabdruck auf als herkömmliche Materialien. Hergestellt werden sie aus erneuerbaren Rohstoffen wie Zuckerrohr, Mais, Zuckerrüben und Maniok. Neben der Kompostierbarkeit bieten Bio-Kunststoffe aus PLA weitere Optionen am Ende ihrer Lebensdauer, etwa das mechanische oder chemische Recycling. Das Unternehmen berichtet über eine wachsende Nachfrage nach diesen Produkten und expandiert bestehende Milchsäureanlagen zur Produktion von PLA. Darüber hinaus baut es derzeit eine neue Fabrik in Thailand.

Die biobasierten Kunststoffe des Unternehmens kommen in verschiedenen Anwendungen, beispielsweise bei Lebensmittel- oder Getränkeverpackungen, zum Einsatz. NaKu1 vermarktet eine Wasserflasche mit PLA-Verpackung, die angeblich zu 100% aus biobasiertem Kunststoff und zu 20% aus zertifiziertem Recyclingmaterial hergestellt wird. Diese Flaschen werden Berichten zufolge nach ihrem Gebrauch eingesammelt, sortiert und gereinigt und anschliessend mechanisch recycelt, um sie anderen Anwendungen zuzuführen.

 

[3] Systemiq, 2022
 

Anderen Schätzungen zufolge könnten etwa 17% aller Kunststoffverpackungen durch eine Umstellung auf Papier, beschichtetes Papier oder kompostierbare Materialien vermieden werden. So ist die Abkehr von Kunststoffringen wichtig für die Erhaltung der Biodiversität und die Einhaltung der planetarischen Belastbarkeitsgrenzen. Den WWF-Schätzungen zufolge dauert es rund 400 Jahre, bis sich die Kunststoffringe als Halter für Sechserpacks von Getränkedosen, die der Meeresfauna erheblichen Schaden zufügen können, ganz abbauen. Das Verpackungsunternehmen Graphic Packaging1 aus den USA gehört bei Kartonprodukten für Lebensmittel- und Getränkeverpackungen zu den Marktführern. Eines seiner Produkte ist eine faserbasierte Alternative zu Kunststoffringen und Schrumpffolien, die sich nach Angaben des Unternehmens einer wachsenden Beliebtheit erfreut. Deshalb wurde das Produkt im Jahr 2021 auch in neuen Regionen, darunter Kanada und Brasilien, eingeführt. Darüber hinaus erweiterte Graphic Packaging seinen geschätzten Zielmarkt unlängst von USD 9 Mrd. auf USD 12 Mrd.

Die Ernährungssysteme sind für rund 34% der globalen, vom Menschen verursachten THG-Emissionen verantwortlich. Abfälle und eine ineffiziente Abfallbewirtschaftung in der gesamten Lieferkette vergrössern das Problem und zeigen, wie wichtig Konservierungsmaterialien sind, mit denen sich die Haltbarkeit von Lebensmitteln verlängern lässt, bei denen wir uns aber gleichzeitig von der Produktion basierend auf fossilen Brennstoffen verabschieden und so die Umweltverschmutzung verringern können. Allein im Vereinigten Königreich werfen die Konsumenten jedes Jahr frische Lebensmittel im Wert von GBP 2,1 Mrd. weg, weil sie verderben. Hierfür gibt es einige vielversprechende und nachhaltige Lösungen. So hat das Start-up-Unternehmen Apeel1 eine Schicht aus essbarem Pflanzenmaterial entwickelt, die den Oxidationsprozess und das Verderben von Frischwaren verlangsamt. Laut Apeel wird dadurch beispielsweise die Haltbarkeit von Avocados um bis zu eine Woche verlängert.

Der Bereich Lebensmittelverpackungen muss sich weiterentwickeln. Das gegenwärtige System basiert stark auf Einwegplastik zum Schutz von Produkten und für eine längere Haltbarkeit, ist aber kohlenstoffintensiv und umweltverschmutzend. Wir haben bei der Entwicklung und Einführung nachhaltiger Lebensmittelverpackungen einen Wendepunkt erreicht, der darauf hindeutet, dass wir vor einer Massenmarkttauglichkeit stehen. Investitionen in Unternehmen, die diesen Übergang im Rahmen einer umfangreicheren Wende hin zu neuen Ernährungssystemen vorantreiben, bieten Anlegern ein positives Exposure an sich verlagernden Gewinnpools und interessante Anlagegelegenheiten.

 

Quelle.

[1] Ein Verweis auf ein bestimmtes Unternehmen oder Wertpapier stellt keine Empfehlung zum Kauf, Verkauf, Halten oder für eine Direktinvestition in das Unternehmen oder Wertpapier dar. Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass sich künftige Empfehlungen gewinnbringend auswirken oder eine Performance zur Folge haben werden, die derjenigen der in diesem Dokument beschriebenen Wertpapiere entspricht.

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