Der Grüne Aufschwung: eine einzigartige Gelegenheit, nachhaltige Renditen zu erwirtschaften

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Der Grüne Aufschwung: eine einzigartige Gelegenheit, nachhaltige Renditen zu erwirtschaften

Christopher Kaminker, PhD - Head of Sustainable Investment Research & Strategy

Christopher Kaminker, PhD

Head of Sustainable Investment Research & Strategy
Kristina Church - Head of CLIC™ (Sustainable) Solutions

Kristina Church

Head of CLIC™ (Sustainable) Solutions

Die COVID-19-Krise bietet eine einmalige Gelegenheit, den Übergang zu einer CLIC-Wirtschaft, die kreislauforientiert, produktivitätssteigernd, integrativ und sauber ist (CLIC = Circular, Lean, Inclusive, Clean), durch einen „grünen“ Konjunkturaufschwung zu beschleunigen. Unseres Erachtens ist eine Verbesserung beim Wiederaufbau („Build Back Better“) unerlässlich, um eine widerstandsfähigere Wirtschaft zu schaffen und den Investoren hochwertige, nachhaltige, risikobereinigte Renditen bieten zu können.

Es wird immer deutlicher, dass nachhaltiges Wirtschaftswachstum nur durch Investitionen in eine emissionsneutrale Wirtschaft erzielt werden kann. Weltweit wurde bei den anfänglichen Rettungspaketen wenig Rücksicht auf Nachhaltigkeit genommen, doch nun wird aus unterschiedlichen Reihen vermehrt Druck auf die Regierungen ausgeübt, die Konjunkturpakete mit einem grüneren Aufschwung zu verbinden.

Eine Gruppe von 178 Investoren mit Vermögenswerten im Wert von insgesamt 12 Billionen Euro haben einen Brief an die EU-Entscheidungsträger unterzeichnet, in dem sie eine nachhaltige Konjunkturerholung in der EU fordern. Lombard Odier hat diesen Brief unterzeichnet und unterstützt ausserdem die Erklärung der Energy Transitions Commission in der „7 Prioritäten zur Erholung der globalen Wirtschaft“ festgelegt wurden. Im Juni hat die Internationale Energieagentur (IEA) ihren Sonderbericht World Energy Outlook Special Report mit dem Titel „Sustainable Recovery“ („Nachhaltige Erholung“) veröffentlicht, in dem sie dazu aufruft, dass Konjunkturpakete widerstandsfähigere und saubere Energiesysteme unterstützen sollen. 

Durch den deutlichen wissenschaftlichen Zusammenhang zwischen den verheerenden gesundheitlichen Folgen von COVID-19, der Luftverschmutzung und dem Biodiversitätsverlust rechnen wir damit, dass sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen vermehrt auf die gegenwärtige Klimakrise und andere wesentliche Nachhaltigkeitsherausforderungen wie Regenerative Natur, Entmaterialisierung, Null Abfall und den Aufbau einer Sicheren Gesellschaft konzentrieren werden. Selbst am Höhepunkt der COVID-19-Krise bewiesen Länder wie beispielsweise Südkorea und Dänemark ein erhöhtes Engagement für eine beschleunigte Klimawende.

Frankreich und Deutschland haben bereits CO2-arme Stimuluspakete für Elektrofahrzeuge geschnürt und Deutschland hat 9 Milliarden Euro für die Finanzierung einer „grünen“ Wasserstoffwirtschaft bereitgestellt. In Frankreich war die Rettung der KLM-Air France mit Bedingungen für einen nachhaltigeren Kurzstreckentransport verbunden. Zugleich wurde der Luftfahrtindustrie eine Gnadenfrist gewährt, denn im Juni beschloss die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO), 2019 und nicht 2020 als Basisjahr für das Emissions-Kompensationsprogramm CORSIA festzulegen.

Die nächste Runde der Konjunkturpakete (wie der Grüne Deal der EU) konzentriert sich auf die starken „Multiplikatoreffekte“, in Bezug auf das Wirtschaftswachstum und den Arbeitsmarkt, die eine grüne Infrastruktur, darunter saubere Energie, Wasserstoff, grüne Gebäude, emissionsarmer Transport sowie eine Kreislaufwirtschaft und eine nachhaltigere Bodennutzung und Landwirtschaft, hätte. Im Juli hat die EU-Kommission Strategien zur Integration des Energiesystems und zur Entwicklung von Wasserstofftechnologien festgelegt und die Europäische Allianz für sauberen Wasserstoff ins Leben gerufen.

Unseres Erachtens ist es unerlässlich, die Resultate nachhaltiger Anlagen durch solide, zukunftsorientierte und wissenschaftsbasierte Forschung und Analyse sowie durch den Kontakt zu den Unternehmen, in denen wir anlegen, aktiv mitzugestalten

Wir erwarten ausserdem, dass weitere politische Massnahmen zur Senkung der CO2-Emissionen vorrangig die Dekarbonisierung von emissionsintensiven Branchen betreffen werden, mit einem erneuten Fokus auf CO2-Bepreisung und Vorschriften zur Emissionsreduzierung. Die EU-Kommission hat bereits angedeutet, die EU-Regelungen für die Energiebesteuerung überarbeiten und die indirekten Subventionen für fossile Brennstoffe aufheben zu wollen – und der niedrige Ölpreis bietet die Gelegenheit für eine Reform dieser ineffizienten und unwirtschaftlichen Subventionen, die ohnehin seit mindestens 2009 zu den Zielen der G20 gehört.

Immer mehr Unternehmen schlagen denselben Weg ein, darunter Microsoft, BP und Shell, die neue Ziele in Übereinstimmung mit dem Pariser Abkommen angekündigt haben. Vor diesem Hintergrund kündigten insbesondere Shell und BP die Abschreibung „gestrandeter Vermögenswerte“ in Höhe von mehreren Milliarden Dollar an.

Der Druck seitens der Investoren und der Verbraucher, die in der gegenwärtigen Krise von den Unternehmen mehr soziale Verantwortung verlangen, unterstreicht ausserdem die zunehmende Bedeutung der „Triple Bottom Line“, also des Drei-Säulen-Prinzips, das einen Ausgleich zwischen sozialen, ökologischen und ökonomischen Zielen vorsieht.

Der simultan steigende Druck seitens der politischen Entscheidungsträger, der Unternehmen, der Verbraucher und der Investoren und die zunehmenden finanziellen Auswirkungen klimabezogener Risiken im Unternehmenssektor verdeutlichen die hohen Risiken, die der Übergang zu einer CLIC-Wirtschaft für Anleger bedeuten kann. Doch wir glauben, dass sich durch diese Situation gleichzeitig bereits bestehende Anlagechancen noch stärker herauskristallisieren.

Aus einer Top-Down-, makroökonomischen und nachhaltigen Perspektive konzentrieren wir uns bei Lombard Odier ausserdem auf Veränderungen des Konsumverhaltens im Zuge der Aufhebung der Ausgangsbeschränkungen und die Nutzung von Technologie als Schlüssel zu einer grüneren „neuen Normalität“. Der technologische Fortschritt ermöglicht eine stärkere Vernetzung für Telearbeit, bessere integrierte Transportsysteme und erleichtert die Überwachung der zukünftigen Ausbreitung des Virus. Unseres Erachtens ergeben sich daraus zahlreiche Anlagechancen im Bereich Nachhaltigkeit.

Eine Evaluierung der Anpassungs- und Widerstandsfähigkeit von Geschäftsmodellen in Bezug auf wesentliche Nachhaltigkeitsherausforderungen – ob Klima, Entmaterialisierung und Verlegung der Lieferketten oder eine weltweite Pandemie – ist unserer Ansicht nach unerlässlich, um Branchen und Unternehmen identifizieren zu können, die im Zuge des grünen Aufschwungs überdurchschnittlich rentieren werden.

Wir halten es ausserdem für sehr wichtig, die Resultate nachhaltiger Anlagen durch solide, zukunftsorientierte und wissenschaftsbasierte Forschung und Analyse sowie durch den Kontakt zu den Unternehmen, in denen wir anlegen, aktiv mitzugestalten. Dieser Dialog und dieser Wissensaustausch sind notwendig, wenn man ein tieferes Verständnis der Geschäftsmodelle von Unternehmen und der positiven Additionalität, die sie in ihrer Wertschöpfungskette erzeugen können, erlangen will. Dieser wechselseitige Dialog zeigt ausserdem, dass wir gewillt sind, im Vorfeld des Übergangs langfristige Investitionen zu tätigen – unserer Meinung nach ein ausschlaggebender Faktor, wenn wir den Übergang zur CLIC-Wirtschaft unterstützen und Sparern hochwertige, nachhaltige Renditen bieten wollen.

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