Die Mobilitätsrevolution

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Die Mobilitäts-revolution

Kristina Church - Senior Investment Strategist for sustainable investment

Kristina Church

Senior Investment Strategist for sustainable investment

Mobilität – d.h. der Verkehr von Menschen und Gütern – ist ein Kernaspekt unseres wirtschaftlichen und sozialen Lebens. Es ist bereits eine Mobilitätsrevolution im Gange, die Anlagechancen in Höhe von USD 2 Billion pro Jahr birgt.

14 % des weltweiten CO2-Ausstosses (d.h. 9,2 Gt CO2-Äquivalente pro Jahr) sind aktuell auf den Verkehrssektor zurückzuführen, der ausserdem einer der wenigen Sektoren ist, in dem die Emissionen jedes Jahr zunehmen. Ein Übergang zu CO2-neutralem Verkehr ist unabdingbar, und dennoch nimmt im Zuge der Ankurbelung des wirtschaftlichen Wachstums die Nachfrage nach Güter- und Personentransport drastisch zu, vor allem in den Entwicklungsländern, wodurch sich der Verkehrssektor noch weiter vom Ziel der Emissionsneutralität entfernt.

Heute stehen wir in Bezug auf den Verkehrssektor am Scheideweg, wozu die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie erheblich beigetragen haben. Wir qualifizieren unser aktuelles Transportsystem als WILD (nach dem Englischen Wasteful, Idle, Lopsided und Dirty, zu Deutsch: unwirtschaftlich, ineffizient, ungleich und verschmutzt). Der Verkehr muss auf ein CLIC-Modell (aus dem Englischen Circular, Lean, Inclusive und Clean) umgestellt werden, das kreislauforientiert, produktivitätssteigernd, integrativ und sauber ist, und sowohl das Wirtschaftswachstum als auch die Mobilität wieder ankurbelt oder sogar vorantreibt. Dafür müssen politische Entscheidungsträger, Verbraucher und Unternehmen an einem Strang ziehen, um eine kreislauforientierte Herstellung und Entsorgung von Fahrzeugen sicherzustellen, Mobilitätsoptionen und saubere Beförderungsarten produktivitätssteigernd einzusetzen und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass Mobilität integrativ und für alle zugänglich bleibt.

Trotz der Dringlichkeit der Verkehrswende geht aus dem letzten Bericht der „Transition Pathway Initiative“ (TPI) hervor, dass nur 35 % der Transportunternehmen sich an die Richtwerte der auch nur am wenigsten ambitionierten Pariser Klimaziele halten und dass weniger als ein Fünftel über Pläne zur Emissionssenkung verfügen, die für eine Begrenzung der Erderwärmung auf 2°C oder weniger notwendig wären.

Die COVID-19-Krise stellt für uns die einzigartige Gelegenheit dar, unseren Transportsektor zu revolutionieren und zu einem nachhaltigeren Modell überzugehen. Unseren Schätzungen zufolge könnten aufgrund der COVID-19-bedingten Reisebeschränkungen der CO2-Ausstoss 2020 um 4-8 % und die Emissionen des Verkehrssektors um etwa 14 % sinken. Durch die Pandemie hat das Verkehrsaufkommen in allen Bereichen deutlich abgenommen, da viele Länder die Bewegungsfreiheit im öffentlichen Raum eingeschränkt haben. In vielen Grossstädten sind die Strassen zum ersten Mal seit Jahren leer und die Luftverschmutzung ist um mehr als die Hälfte gesunken. Laut TomTom-Traffic-Index verbrachte der durchschnittliche Verkehrsteilnehmer 2019 87 Minuten mehr Zeit unterwegs als 2018, doch 2020 nahmen Verkehrsstaus in Städten, in denen COVID-bedingte Beschränkungen der Bewegungsfreiheit galten, um 85 % ab. In zahlreichen Regionen ist der Luftverkehr um fast 90 % eingebrochen. Reisebeschränkungen haben den Güterverkehr gestört und die weltweiten Lieferketten beeinträchtigt.

Die COVID-19-Krise stellt für uns die einzigartige Gelegenheit dar, unseren Transportsektor zu revolutionieren und zu einem nachhaltigeren Modell überzugehen.

Um das 1,5°C-Ziel des Pariser Abkommens zu erreichen, müssen die Treibhausgasemissionen insgesamt bis 2030 um 7,6 % pro Jahr abnehmen und die Emissionen aus dem Verkehrssektor bis 2050 fast um die Hälfte reduziert werden. Vor der COVID-19-Pandemie standen PKWs im Schnitt 96 % der Zeit ungenutzt auf Parkplätzen; die Zunahme von Warenlieferungen aus Online-Bestellungen, Fahrdiensten und Flugreisen erhöhte die Luftverschmutzung und führte zu mehr Staus, und Verbrennungsmotoren waren die Hauptantriebsquelle für Fahrzeuge.

Mit der Lockerung der Ausgangsbeschränkungen und Anzeichen für einen Wiederanstieg der Luftverschmutzung in eigenen Regionen stellt sich die Frage, ob wir in der Welt nach COVID-19 im Verkehrsbereich zur alten Normalität und somit zur weiteren Zunahme der Emissionen zurückkehren werden. Es ist unabdingbar, dass sich die Weltwirtschaft auf einen nachhaltigeren Personenverkehr umstellt, sowohl in Bezug auf das Pendeln zur Arbeit als auch für Ausflüge und Reisen in der Freizeit. Auch im Güterverkehr ist angesichts des steigenden Drucks auf die weltweiten Lieferketten und der immer höheren Nachfrage nach bedarfsorientierter Lieferung ein Übergang zu mehr Nachhaltigkeit notwendig.

Es besteht jedoch die Gefahr, dass eine unkoordinierte wirtschaftliche Erholung neue und noch umweltschädlichere Mobilitätsgewohnheiten schafft, etwa die vermehrte Nutzung von PKWs anstelle des öffentlichen Nahverkehrs aus Hygienegründen. Unserer Meinung nach dürfte die Krise die Verkehrswende jedoch eher beschleunigen als ihr im Wege stehen. Die Marktdurchdringung von Elektrofahrzeugen ist an einem kritischen Punkt und technologische Fortschritte haben dazu geführt, dass die Emissionen über den gesamten Lebenszyklus betrachtet für batteriebetriebene Elektrofahrzeuge inzwischen geringer sind als für Automobile mit Verbrennungsmotoren. Die nachhaltige Gewinnung von Rohstoffen und die Wiederverwertungsmöglichkeiten für Altbatterien sind ebenfalls in immer grösserem Massstab umsetzbar.

Eine der grössten Herausforderungen wird es ausserdem sein, den CO2-Ausstoss beim schwerer zu reduzierenden Fern- und Schwerlasttransport zu senken, nicht nur im Personenverkehr auf der Strasse. Schwerlasttransport auf kürzeren Strecken kann grösstenteils elektrifiziert werden. Im Fernverkehr ist es jedoch vergleichsweise schwierig, den CO2-Ausstoss durch Elektrifizierung zu senken, was hauptsächlich auf das aktuell zu hohe Gewicht und die beschränkte Leistungsfähigkeit der Batterien zurückzuführen ist. In diesem Bereich müssen technische Entwicklungen dafür sorgen, dass Dekarbonisierungslösungen (etwa Ammoniak, synthetische Kraftstoffe und Wasserstoff) zugänglicher und kostengünstiger werden.

Wir glauben, dass sich sowohl neue Gewohnheiten entwickeln als auch alte Gewohnheiten zurückkehren werden, doch wir hoffen, dass unterstützende politische Massnahmen zu mehr Nachhaltigkeit bei allen Beförderungsarten führen werden. Die Mobilitätsrevolution nach der COVID-Krise eröffnet Chancen in vielen Bereichen: Technologie, Internet der Fahrzeuge (IoV), mobile Bezahlmethoden, grüne Gebäude, Mobilität als Dienstleistung (MaaS), Biokraftstoffe, Wasserstoff, Lieferketten für Elektrofahrzeuge und sauberere Transportmittel wie Mikromobilität. Ausserdem erkennen wir Risiken für bestehende Geschäftsmodelle, die auf Privatautobesitz, Verbrennungsmotoren, Flugreisen und Ölnachfrage beruhen.

Nachhaltigkeit ist für Lombard Odier eine Kernüberzeugung und wir glauben, dass nachhaltiger Verkehr der rote Faden ist, der sich durch verschiedene Branchen und Nachhaltigkeitsherausforderungen zieht. Wir sind überzeugt, dass im Verkehrsbereich eine Revolution im Gange ist, durch die die wirtschaftliche Entwicklung von der komplexen Verkettung mit Emissionen befreit werden kann.

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Dies könnte ein entscheidender Moment für den Transport sein, nicht zuletzt aufgrund der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie. Wir glauben, dass unser Transportsystem derzeit WILD (nach dem Englischen Wasteful, Idle, Lopsided and Dirty zu Deutsch: unwirtschaftlich, ineffizient, ungleich und verschmutzt) ist. Der Verkehr muss auf ein CLIC-Modell (aus dem Englischen Circular, Lean, Inclusive und Clean) umgestellt werden, das kreislauforientiert, produktivitätssteigernd, integrativ und sauber ist, und sowohl das Wirtschaftswachstum als auch die Mobilität wieder ankurbelt oder sogar vorantreibt.

 

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